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Bergmann hat sich geweigert, anzufahren und wieder seine Pflicht
zu tun. Ich habe mit vielen gefprochen. „Wen's triiit, den trifit
es, wir sind gewohnt, damit zu rechnen“ — das ist die Antwort
der meisten, und in der Tat war der Mut der Arbeiler auch bei
den Bergungsarbeiten bewundernswert. Andrerseits freilich sind
nanche beim Eintritt eines Unglücks von einer Kopilosigkeit, die
in Wahnsinn grenzt. Die 65 Miann, die in rasender Flucht sich
zur Nachbargrube retteten, hatten einen bei sich, der in seiner Ver—
'assung sich plötzlich an ein Grubenholz klammierte, so eisern fest,
daß er nicht loszureißen war. Der Rettungsweg war oifen. DTer
Mann hatte den Verstand verloren. TDie giftigen Schwaden nahten.
Man mußte ihn im Stich lassen. Er ist erstickt. Andere sind
nach der Ausfahrt blindlings in die Wälder gerast und haben sich
erst nach Tagen als lebend gemeldet.
Die „Frankfurter Zeitung“ schrieb in Nr. 44, Abend—
blatt, über die Ursache folgendes:
„Die bergpolizeiliche und gerichtliche Untersuchung des Redener
Hrubenunglücks hat nunmehr ergeben, daß der Wetlermann und
Vorfahrer Philipp Ningel, dessen Vertrauensaufgabe darin bestand,
die Grubenbaue der Abteilung des Steigers Klein, ehe die Veleg—
chaft zur Schicht anfuhr, mit einer Sicherheitslampe auf das
VLorhandensein von Schlagwetteransammlungen zu untersuchen,
rühestens unmittelbar von 5 Uhr (anstatt um 3 Uhr) an jenem
Unglücksmorgen eingefahren und gegen halb 6 Uhr bereits wieder
rusgefahren ist. Während dieser kurzen Zeit ist es unmöglich, die
Abteilung des Steigers Klein, in der sich, wie jetzt feststeht, der
derd der Explosion befunden hat, vollständig zu befahren. Gleich—
vohl hat Ningel dem vorgesetzten Steiger als auch dem Fahr—
teiger kurz vor 6 Uhr gemeldet, daß alles in Ordnung sei und
Schlagwetter sich nirgends angesammelt hätten. Tie im Haupt—
vetterweg der genannten Abteilung in der Zeit vom Samstag
dis zum darauffolgenden Montag jedoch zweifellos entstandenen
Ansammlungen von Schlagwettern hätten dem Vorfahrer nicht
entgehen können, wenn er nur wenigstens diesen Hauptwetterweg
»rdnungsmäßig befahren hätte. Auf eine diesbezügliche Meldung
sin würde der Steiger die Belegschaft nicht vor Beseitigung der
zchlagwetter haben anfahren lassen, und das Unglück wäre somit
»erhütet worden. Ningel kann freilich wegen seines Verhaltens
nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, denn er selbst
‚ählt zu den Toten.“
Trotzdem das Büreau Herold am folgenden Tage meldete,
daß es amtlich ermächtigt sei, mitzuteilen, daß die ganze
Nachricht der „Frankfurter Zeitung“, die zugleich eine schwere
Verdächtigung eines bei der Katastrophe getöteten Beamten
in sich schließt, unwahr ist und als frei erfunden bezeichnet
werden muß, so hielt doch die „Frkf. Ztg.“ ihre Mel—
dung aufrecht und schrieb am 16. Febr. (Nr. 47, Abendblatt: