35
Minimum. Um der Ansammlung von trockenem Kohlenstaub
vorzubeugen, der sowohl im Allgemeinen eine Gefahr für die
Gesundheit der Leute bedeutet, als auch insbesondere die vor—
nehmste Ursache für die Fortpflanzung von Schlagwettern ist,
werden neuerdings alle dem Abbau, der Förderung, Fahrung
und Wetterführung dienenden Orte durch Spritzwasserleitungen
befeuchtet.
Die erforderlichen Ruhe und Erholungspausen während
der Arbeit sind durch die Einrichtungen des Betriebes bedingt.
Zur Erfrischung befinden sich in jeder Bauabteilung Wagen
mit Trinkwasser.
Endlich mag noch erwähnt sein, daß diejenigen Leute,
die bei nassen Arbeiten beschäftigt gewesen sind, allen voran
ausfahren dürfen, während sonst für die Ausfahrt die Reihen—
folge der Einfahrt maßgebend ist.
Betreffs der Fürsorge außerhalb des Berufes seitens der
Königlichen Bergverwaltung ist anzuerkennen, daß keinerlei
Zwang auf die Leute ausgeübt wird, soweit nicht etwa sitt—
liche Gefahren ein energisches Einschreiten notwendig machen,
wie beim sogenannten Einliegerwesen: vielmehr ist die König—
liche Bergverwaltung bemüht, durch bloßes Bereitstellen der
Sach und Geldmittel und höchstens noch durch Belehrung ihre
gemeinnützigen Ziele zu erreichen, da man sich mit Recht sagt,
daß jeder Zwang nur Mißtrauen hervorruft und jene Ziele ge—
fährden würde. Daß das von der Königlichen Bergverwaltung
verfolgte Verfahren das richtige ist, zeigt sich in dem stets
steigenden und großen Zudrang zu den durch sie hervorge—
rufenen und geförderten Einrichtungen und Veranstaltungen.
Die eigentümlichen Verhältnisse des Saarreviers bringen
es mit sich, daß ein großer Teil unserer Bergleute nicht in der
Nähe der Gruben ihren Wohnsitz haben kann. Das hat eine
Anzahl übelstände im Gefolge. Ein recht erheblicher Teil der
Belegschaft kann wegen der allzu großen Entfernung von der
Grube, wo er beschäftigt ist, nicht täglich nach Hause ge—
langen. Um für diese Leute ein angemessenes und billiges
Unterkommen zu schaffen, wurden in der Nähe der Gruben
selbst Schlafhäuser errichtet, in denen sie gegen Zahlung von
2 Mark für den Monat gute Unterkunft finden. Die Kosten