Full text : Die Lage der Bergarbeiter im Saargebiet

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mit gegebenen starken Vermehrung der Arbeiterzahl allmählich
durch freiere Arbeitsverträge ersetzt wurde.
Es ist hier noch von den Anfängen des Knappschatte
wesens vor Allem der Saarbrücker Knappschaftskasse zu sprechen.
Durch Verordnung von 1769 wurde für die Nassau-Saarbrücker
Lande eine sogenannte Bruderbüchse für sämtliche Bergleute
der landesherrlichen Gruben errichtet, welche sich vorerst au:
eine Unterstützung in Kraukheitsfällen beschränkte. Die Ein
nahmen derselben setzten sich zusammen ans Beiträgen der ein—
zelnen Bergleute, aus einem landesherrlichen ZJuschuß und den
in sie fließenden Straigeldern. Die Zwecke dieser Bruderlade
erfuhren im Laufe der folgenden Jahrzehnte viele Erweiterungen.
Demnächst verpflichteten sich die Bergleute im Jahre 177 aus
freien Stücken zu gegenseitiger Unterstützung jeder Art, die alte
Bruderlade wurde unter dem Namen Knappschaftskasse einem
Ausschuß derselben zur Verwaltung übergeben. Nach dem
Vorbilde dieser Knappschaftskasse waren von den Bergleuten
der übrigen Territorien ähnliche Institute ins Leben gerufen,
welche nach Übernahme der Gruben auf preußische Staatsrech—
nung zur allgemeinen Saarbrücker Knappschaftskasse verschmolzen
wurden.
Der Aufschwung des Kohlenbergbaues, namentlich seit
der Eröffnung der Eisenbahnen, brachte eine schnelle Vermehrung
der Arbeitskräfte mit sich. Zunächst mußten Leute aus der
nächsten Umgebung herangezogen werden. Anfangs der 1876er
Jahre fand auch ein starker Zuzug aus entfernteren Gegenden
statt. Zum Teil kamen Leute aus Erz Revieren, vorübergehend
auch aus Böhmen und Altpreußen ins Saarrevier. Seit Mitte
der 1876er Jahre hat indessen trotz der stetigen Zunahme der
Produktion dieser auswärtige Jufluß aufgehört: es koönnten die
nothwendigen Verstärkungen aus dem Nachwuchs der seßhaft
gemachten Bergleute und aus der Ackerbau treibenden Bevöl—
kerung der weiteren Umgebung volltkommen gedeckt werden,
was nicht wenig zur Hebung der Lage der hiesigen Berglcute
beitrug.
            
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