der damaligen fürstlichen Rentkammer im. Spätherbst 1779 die ersten
Grubenbilder von Dudweiler und Wellesweiler zustande. Dieselben waren
indessen so mangelhaft, daß davon kein Gebrauch gemacht werden konnte.
Sowohl von diesen Rissen, als auch von den Versuchen in damaliger
fürstlicher Zeit, brauchbare Risse herzustellen, ist nichts erhalten und auf
die heutige Zeit überliefert worden.
Auch während der französischen Zeit (von 1793 —-1815) bestand
ein höchst mangelhaftes Rißwesen, von dem — außer einer sehr primitiv
hearbeiteten, aus mehreren Blättern bestehenden, jetzt im Besitz des Ober—
bergamts Bonn befindlichen Uebersichtskarte, welche dem damals von
Napoleon J. geplanten Verkauf der Saarbrücker Gruben zu Grunde
gelegt war — nur einige wenige, von einem Namens Knörzer bearbei—
eten Fragmente von Grubenrissen erhalten sind.
Erst mit Eintritt der preußischen Regierung, 1815, beginnt im
Saarbrücker Gebiete, im Zusammenhang mit dem Beginn eines rationell
geführten Grubenbetriebs, eine allmähliche Regelung des betr. Rißwesens.
Unter Leitung des Bergmeisters Schulze entstand zuerst in den zwan—
ziger Jahren eine Uebersichtskarte des ganzen Bergbaubezirks in zwei
Ecemplaren, das eine im Maaßstab 1: 20000 (Rollriß 1 Blatth), das
andere im Maaßstab 1: 8000 (Rollriß 18 Blatt)), sodann von den
damals im Betrieb befindlichen Steinkohlengruben je ein im Maaßstabe
1: 1600 gezeichneter Grubenriß, sämmtlich theils auf Leinen gezogene
Rollrisse, sowie je ein im Maaßstabe 1: 4000 für die Oberberghaupt—
mannschaft in Berlin und das Oberbergamt in Bonn von sämmtlichen
Gruben gezeichnetes, auf Leinen gezogenes und in quadratischer Form
zusammenlegbares Rißexemplar. Es wurde ein Situations- und Haupt—
grundriß von jeder Grube, ein Specialgrundriß von jedem Flötz und
auf beiden die nöthigen Profile gezeichnet. Die verschiedenen Sohlen
wurden meist durch verschiedene Farben unterschieden, die Abbaue durch
unregelmäßige Tuschstriche bezeichnet.
Diese Arbeiten wurden zuerst unter Leitung des Bergmeisters
Schulze, dann durch den Markscheider Prediger, den Berggeschworenen
Patscke und die Gehülfen Daub, Till, Gipperich, Busse jun.
und Striebeck theils aus dem damals vorhandenen Material des alten
Katasters, theils nach eigenen Compaßaufnahmen ausgeführt.
Mit Ausnahme des sich in Berlin befindenden Oberberghauptmann—
schaftlichen Rißexemplars werden gegenwärtig sämmtliche oben bezeichnete
Risse in der Rißsammlung der Bergwerksdirektion aufbewahrt.
Unter der Thätigkeit der auf den Markscheider Prediger im Dienste
iolgenden Markscheider E. Honigmann, Leist und L. Honigmann