Full text: WS 1990/91 (0084)

Zur Geschichte der Universität des Saarlandes 
Die Gründung der Universität des Saarlandes — eine der ersten Universitätsneu- 
gründungen nach dem Zweiten Weltkrieg — vollzog sich in mehreren Etappen: im 
Landeskrankenhaus Homburg/Saar richteten Professoren, unterstützt von der franzö- 
sischen Militärregierung im Saarland, im Januar 1946 für die klinischen Semester 
dreimonatige Fortbildungskurse ein. Die Universität Nancy übernahm die Paten- 
schaft und gründete ein „Institut de Medecine“ als Teil der Universität Nancy. 
Die Entscheidung, dieses Institut in Saarbrücken als eine selbständige Universität 
mit vier Fakultäten zu etablieren, fiel am 9. April 1948 in Paris. Mit Beginn des Stu- 
dienjahres 1948/49 war dann die Phase der Vorbereitung abgeschlossen: 511 Stu- 
denten (127 Medizinstudenten blieben in Homburg) nahmen in den notdürftig 
hergerichteten Below-Kasernen im Saarbrücker Stadtwald ihr Studium auf; und zwar 
zunächst an der Juristischen und an der Philosophischen Fakultät, im Jahre 1950 
auch an der Naturwissenschaftlichen Fakultät. 
Die Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland und die Ent- 
scheidung der Saarländischen Regierung, die Universität in Zukunft allein durch das 
Saarland zu erhalten, bedeuteten zweifellos eine Zäsur in der Geschichte der Univer- 
sität. Am 26. Mai 1957, als der Saarländische Landtag das erste Universitätsgesetz 
verabschiedete, wurde die formelle Eingliederung in den Verband der deutschen 
Universitäten vollzogen. Dementsprechend folgte die weitere einschneidende Verän- 
derung der inneren Gliederung der Universität durch das Saarländische Universitäts- 
gesetz (1971) und die Universitätsverfassung (1972): statt Rektoratsverfassung 
Präsidialverfassung, statt Ordinarienuniversität Mitgliederuniversität. Die Jahre da- 
nach waren von Reformen innerhalb der Fakultäten und durch ein rasches Wachs- 
tum geprägt. 
Infolge der Eingliederung der Pädagogischen Hochschule im Jahre 1978 vergrößerte 
sich die Universität zusätzlich. Inzwischen hat sie etwa 20.000 Studenten, davon 7 % 
Ausländer, etwa 300 Professoren, 800 Stellen für wissenschaftliche Assistenten, wis- 
senschaftliche Beamte und wissenschaftliche Mitarbeiter sowie ungefähr 1.400 Mit- 
glieder des Verwaltungs- und technischen Personals, 
Die geographische Lage und die historische Entwicklung der Universität des Saar- 
landes führten zum Aufbau eines Europa-Instituts, zu einem engen Verbund der 
Hochschulen der Euregio Saar-Lor-Lux und zu einem regen internationalen Aus- 
tausch. 
Die Medizinische Fakultät befindet sich nach wie vor in enger Verbindung mit einem 
Landeskrankenhaus in Homburg/Saar. Der Saarbrücker Campus beherbergt die 
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche, die Philosophische und die 
Mathematisch-Naturwissenschaftiche Fakultät. 
Der Aufbau eines neuen Umweltforschungszentrums erforderte eine Ausweitung des 
Campus mit einem zusätzlichen Standort im Stadtzentrum Duadweiler.
	        
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