Untersuchung der ausziehenden‘ Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.
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bei Addition mehrerer derselben, noch immer sehr beträchtlich sein, wenn man nicht vermeiden könnte, bei
der Ablesung Fehler von einem oder gar mehreren Zehntel Millimetern zu machen. Glücklicherweise ist
aber nach meinen Erfahrungen der hierin Geübte bei Anwendung gewisser das Ablesen erleichternder Vorsichtsmassregeln
recht gut im Stande, bis auf etwa 0,05 mm. genau abzulesen, obgleich die Röhren nur in
ganze Millimeter getheilt sind.
Zu diesen Vorsichtsmassregeln gehört in erster Linie eine zweckmässige Beleuchtung der Röhren
und ihrer Theilung. Die Röhren, deren Theilung gut mit Zinnober eingerieben, werden stets der erforderlichen
Helligkeit wegen kurz vor dem Fenster aufgestellt und von dem hinteren Theile des Zimmers aus
in der Richtung nach dem Fenster zu, also bei durchscheinendem Lichte abgelesen. Fallen nun hierbei die
durch das Fenster dringenden Lichtstrahlen direct auf die Theilung, so erscheinen die Striche derselben, infolge
einer Strahlenzerstreuung an den Aetzrändern, verdickt und undeutlich begrenzt und zwar, verschieden
je nach der Beleuchtung, an ihrem oberen oder unteren Rande, Diesen Uebelstand, welcher die genaue Ablesung
sehr erschwert, beseitigt man leicht dadurch, dass man hinter der Röhre, sich an diese anlehnend,
einen Streifen sehr durchscheinenden geölten Papieres, wenig breiter als die Röhre selbst, anbringt. Die
Theilstriche erscheinen alsdann, falls überhaupt die Aetzung sauber ausgeführt ist, in einer Schärfe, welche
nichts zu wünschen übrig lässt,
Auch für eine zweckentsprechende künstliche Beleuchtung, oder besser Beschattung des Gipfels der
Quecksilbersäule muss Sorge getragen werden, da derselbe sich olıne diese gewöhnlich nur als eine wenig
hellere Kuppe von dem Hintergrunde undeutlich abgrenzt. Ich wende zu diesem Zwecke einen etwa 0,5 m.
hohen, die ganze Breite des Fensters einnehmenden Schirm von starkem Papier an, welcher, zwischen Fenster
und Röhre von der Decke niederhängend, derart beweglich angebracht ist, dass er vom Aufstellungsplatze
des Fernrohres aus auf jede beliebige Höhe eingestellt werden kann. Wird nun dieser Schirm so hoch
gezogen, dass sich sein unterer Rand etwa in der Höhe des Quecksilbergipfels befindet, so erscheint der
Letztere dunkel beschattet und grenzt sich vorzüglich scharf gegen den hellen Hintergrund ab.
Dasselbe, was soeben von der Ablesung des Quecksilbergipfels in den Eudiometern gesagt wurde,
gilt natürlich in gleicher Weise von derjenigen des Barometerstandes. Anders verhält es sich aber mit der
Ablesung des Quecksilberspiegels in der Wanne. Während man bei den ersteren Ablesungen gleichzeitig
den unmittelbar über und unter dem Gipfel befindlichen Theilstrich sieht und also das Abschätzen der den
ganzen Millimetern hinzuzufügenden Decimalstellen auf ein Vergleichen des über dem Gipfel mit dem unter
demselben befindlichen Theile vom einschliessenden Millimeter beruht, ist bei der letzteren nur der über
dem Quecksilberspiegel befindliche Millimetertheil sichtbar und dadurch die Abschätzung bedeutend erschwert.
Fast regelmässig fällt die Taxe zu hoch aus, selbst wenn eine deutliche Abgrenzung der Spiegelkuppe von
dem Quecksilber im Eudiometer bemerkbar ist; und nur selten vermag man diese Grenze scharf zu erkennen,
fast nur dann, wenn dieselbe mit einem Theilstrich der Eudiometertheilung zusammenfällt. Am vortheilhaftesten
ist es hiernach, jedes Eudiometer, bevor man es zur Temperatur-Ausgleichung sich selbst überlässt,
so einzustellen, dass einer seiner Theilstriche in das Quecksilberniveau der Wanne zu liegen kommt.
Dies ist freilich nur schwierig zu erreichen, wenn man sich der bisher gebräuchlichen Aufstellungsmethode
der Eudiometer bedient, sehr leicht aber und sicher, wenn man statt dessen die Röhre an einem über der
Wanne befindlichen, durch eine Stellschraube bequem in vertikaler Richtung verstellbaren Haken aufhängt,
Ich habe mir zu diesem Zwecke besondere metallene Halter anfertigen lassen, welche vermittelst Klemmschrauben
an dem oberen Theile der Röhren befestigt werden. Mit jedem Halter beweglich verbunden ist
ein Drahtbügel, welcher über die Röhre hervorragend in eine scharfe, als Aufhängungspunkt dienende Biegung
ansläuft, Um anch die vertikale Stellung der Röhren leicht bewirken zu können, sind die Befestigungspunkte
des Bügels an den Haltern durch zwei senkrecht zu einander wirkende Stellschrauben derart verschiebbar,
dass dem Aufhängungspunkte jede beliebige Lage über dem Eudiometer gegeben werden kann.
Diese Aufhängungsmethode hat auch noch den bedeutenden Vortheil für sich, dass die Röhren, wenn einmal
ihre vertikale Einstellung bewirkt ist, nach jeder absichtlichen oder zufälligen Verrückung aus ihrer