Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.
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statt, und etwas später zeigt auch das Sinken der Quecksilbersäule in den Eudiometern eine Erhöhung der
Temperatur an. Vielleicht würde es hiernach am vortheilbaftesten sein, die Luft des Beobachtungsraumes
während der Temperaturausgleichung durch eine mechanische Vorrichtung in beständiger Bewegung zu erhalten.
Doch kann man diesem Uebelstande auch bei einiger Uebung durch schnelles Ablesen und richtige
Reihenfolge der einzelnen Ablesungen begegnen. Stets muss zuerst das Thermometer abgelesen werden, und
zwar ist schon vor dem Verlassen des Raumes das Fernrohr auf dasselbe einzustellen, damit das Ablesen
sofort nach dem Wiedereintritt erfolgen kann. Dann folgen nach einander die Ablesung des Gipfels der
Quecksilbersäule in den Eudiometern, die der Basis des Meniscus, die des Barometerstandes, nachdem die
Quecksilbersäule vorher zur Vermeidung der Adhäsion durch Umrühren in Schwingung versetzt worden war.
ınd endlich die Ablesung des Quecksilberspiegels in der Wanne.
Die Temperatur des Quecksilbers in der Wanne scheint, obgleich sie fast immer mit derjenigen
des Thermometers mehr oder weniger differirt, die Temperatur des Gases in den Röhren nur unwesentlich
zu beeinflussen; wenigstens habe ich bis jetzt, trotz regelmässiger Beobachtung derselben, keinen Einfluss
constatiren können. Dagegen scheinen die hellen Wärmestrahlen störend der Temperaturausgleichung entzegen
zu arbeiten, indem sie verschieden erwärmend auf das Quecksilber im Thermometer und die Gase in
den Eudiometern wirken. Ich pflege deshalb das Beobachtungszimmer während der zur Temperaturausgleichung
bestimmten Ruhezeit durch Schliessen aussen angebrachter Fensterladen vollständig zu verdunkeln
und erziele, seitdem ich dies thue, weit übereinstimmendere Resultate als vorher,
Eine andere Fehlerquelle liegt in der den Absorptionskugeln anhaftenden atmosphärischen
Luft, welche vor ihrer Einführung in die Absorptionsröhre entfernt werden muss, Dies geschieht nach
Bunsen’s Vorschrift durch Abstreifen der unter Quecksilber getauchten Kugel nur selten vollständig, weil
fast immer noch, selbst wenn die übrige Kugeloberfläche von Luft gereinigt ist, in dem scharfen Ausschnitt
um den Platindraht herum, wo dieser in die Kugel eintritt, eine Luftblase hängen bleibt, und diese kann
man nicht entfernen, weil die Finger nicht in den Ausschnitt einzudringen vermögen, Der hieraus resultirende
Fehler ist freilich an und für sich nur gering, doch kann er für die so peinliche Untersuchung der
Wetter erheblich genug werden, besonders wenn man genöthigt ist, das Einführen der Kugel mehrmals zu
wiederholen. Auch kann man den Fehler sehr leicht vermeiden, indem man dem Absorptionsmittel statt
der Kugelgestalt diejenige eines zugespitzten kurzen Tropfens gibt, aus dessen Spitze der Platindraht hervortritt
und bei welcher somit der scharfe Ausschnitt fehlt, Ich wende meine Absorptionsmittel jetzt stets in
dieser Tropfenform an und habe gefunden, dass es sich sehr leicht und sicher damit arbeitet.
Bei genaueren Untersuchungen darf man ferner nicht unterlassen, nach der Absorption der Kohlensäure
durch eine wasserreiche Kalikugel noch das Gas durch eine wasserarme Kalikugel vollständig auszutrocknen.
Entfernt man dann nach der Austrocknung, wie es Bunsen vorschreibt, vor der Messung die
wasserarme Kalikugel wieder aus der Röhre, so ereignet es sich gar zu leicht, dass bei dieser Operation
von dem Wasser, welches sich vielfach noch zwischen den Eudiometerwandungen und der abschliessenden
Quecksilbersäule befindet, kleine Mengen in den Verdunstungskreis des eingeschlossenen Gases hinaufsteigen
und die vollständige Trockenheit desselben wieder aufheben. Da der hieraus entspringende Fehler nicht
unerheblich sein würde, so ziehe ich es vor, die Ablesung schon vorzunehmen, während sich die Kalikugel
noch in der Röhre befindet, und dann von dem so ermittelten Volumen dasjenige der Kalikugel abzuziehen.
Das Volumen der Kalikugel lässt sich sehr leicht und genau bestimmen durch Wägung eines gleichen
Volumens Quecksilber von bekannter Temperatur, Ich bediene mich hierbei eines kurzen, etwa 2 cbem.,
haltenden Quecksilbermasses, dem eine zum Abstreichen bestimmte Glasplatte aufgeschliffen ist, Dasselbe
wird zunächst mit Quecksilber gefüllt gewogen. Nachdem es darauf gefüllt umgekehrt in ein grösseres
Bassin mit Quecksilber getaucht, lasse ich die vom Platindrahte abgeschnittene und durch Abstreichen von
der anhaftenden Luft befreite Kalikugel hineingleiten. Dann hebe ich das unter Quecksilber mıt der Glasplatte
verschlossene Mass aus dem Bassin, entferne aus ihm nach dem Oeffnen die Kalikugel und nehme
eine abermalige Wägung vor. Die Differenz zwischen der ersten und zweiten Wägung gibt das Gewicht des