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Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.
handen ist, welche die Wetter zu explosiven Gemischen macht. Kine Explosion der Wetter kann aber erst
bei einem ziemlich hohen Grubengas-Gehalte erfolgen. So wird man eine Beimischung von 6 pCt. Grubengas,
welche im ausziehenden Wetterstrome wohl nie angetroffen wird. noch als durchaus ungefährlich ansehen
dürfen.
Während aber die Verschlechterung im Sauerstoff- und Kohlensäure-Gehalte auf dem ganzen Wege
des Wetterzuges annähernd gleichmässig erfolgt und also im ausziehenden Wetterstrome ihr Maximum
erreicht haben dürfte, entwickelt sich das Grubengas vorzugsweise vor den Arbeitspunkten, welche in vielen
Fällen nur höchst schwierig und unvollkommen zu ventiliren sind. Es muss daher der Wetterstrom durch
sinen weit geringeren Grubengas-Gehalt eine mehrfache Sicherheit bieten, und zwar kann auch hier nur
die Erfahrung lehren, bei welchem Grubengas-Gehalte der ausziehenden Wetterströme eine genügende Ventilation
noch ausführbar ist.
So lange nun noch weitere Erfahrungen nicht vorliegen, möchte es sich vielleicht empfehlen, aus
den Resultaten der vorliegenden Untersuchung die Zuverlässigkeitsgrenzen vorläufig abzuleiten, indem man
die Zusammensetzung der besseren von den untersuchten Wetterströmen als massgebend betrachtet. Man
darf dies um so eher, weil der Gesundheitszustand der Bergleute des hiesigen Revieres im Allgemeinen als
gut bezeichnet werden kann und Schlagwetter selten auftreten.
Bestimmt man dem entsprechend, dass in der procentischen Verschlechterung der ausziehenden
\Wetterzüge
die Sauerstoff- Verminderung nicht über 1,5 pCt.,
Kohlensäure- Vermehrung - - 05 -
und - Grubengas-Vermehrung - - 06
steigen darf, so wird man die Grenzen wohl nicht zu hoch gewählt haben, und der Grubengas-Gehalt
würde etwa eine zehnfache Sicherheit bieten.
Die pro Minute nöthige Wettermenge berechnet sich alsdann mit Hülfe der folgenden Formeln:
1,11
Mi = 1006 (T,L + 50,5 B + 109 P),
3,33
M, = 1000 (T,L+385 B+ 90 P),
2,78
Ma 2 7000 Tal
worin zu setzen ist für
L — die Länge des betreffenden Wetterstromes,
T, = der O-Verlust in seinem chemischen Temperament,
Fr, = die CO,-Aufnahme in seinem chemischen Temperament,
” die CH,- - - - - -
die Anzahl der arbeitenden Bergleute,
- Pferde,
Von den drei Werthen M,, M, und M,, von denen der erste die durch den Sauerstoff-Gehalt,
der zweite die durch den Kohlensäure-Gehalt und der dritte die durch den Grubengas-Gehalt bedingte
Wettermenge repräsentirt, ist selbstverständlich der grösste als nöthige Wettermenge für den Wetterzug
zu wählen.
Will man bei der Anlage eines neuen Wetterschachtes die für die Zukunft nöthige Wettermenge
voraus berechnen, so hat man selbstverständlich für L die zukünftige Länge des Wetterstromes, welche sich
wohl stets annähernd bestimmen lässt, zu setzen. Steht ausserdem in der betreffenden Zeit ein Fortschreiten
des Baues in eine tiefere Sohle in Aussicht, so hat man auch zu berücksichtigen, dass sich das
chemische Temperament vergrössern wird, und zwar wird es in den meisten dieser Fälle genügen, wenn
man das derzeitige Temperament um die Hälfte vermehrt in Rechnung zieht,
Berechnet man mittelst der obigen Formeln für die Wetterströme der vorliegenden Untersuchung