Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.
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Antheil der jährlichen Förderung von 4000 Centner, so betragen die verlangte und die wirkliche Wettermenge
pro Minute für die verschiedenen Wetterströme:
Verlangte Wetter. Wirkliche Wetter.
280— 560 cbm. 481 cbm,
620— 1240 442
324— 648 378
246— 492 417
120— 240 211
100— 800 301
430— 860 235
538—1076 295
38— 176 38
96— 192 32
1000—2000 529
340—1680 ö21
220— 440 369
e L1340—2680 L050
5 1020—2040 761
6. 1400—2800 418
7, 1454—2908 793
138. 0— 0 568
19. - Dechen ‚ . 640—1280 405
Wie die Zahlen zeigen, bleibt die wirkliche Wettermenge trotz der hinreichend guten Zusammensetzung
ihrer Gase überall hinter der verlangten Wettermenge zurück, Nur beim Wetterstrom No. 3 (vor
der Heydt) ist die wirkliche Wettermenge grösser; doch würde auch hier die verlangte genügen, da die
Zusammensetzung der Wetter nur einen sehr geringen Procentgehalt an Grubengas aufweist. Für die
meisten der übrigen Wetterzüge würden aber die Wettermengen, wie aus dem hinreichend geringen Grubengasgehalte
ihrer wirklichen Wettermengen hervorgeht, zu übertrieben gross gewählt werden, wenn man
sie der französischen Instruction anpassen wollte.
Ueberhaupft wird es immer eine prekäre Sache bleiben, aus irgend welchen Zahlen des Betriebes
lie nöthigen Weitermengen im voraus berechnen zu wollen; die Entscheidung, ob nun wirklich der Wetterstrom
den Anforderungen entspricht, würde doch immer der chemischen Analyse verbleiben. Ist aber
durch die Analyse das chemische Temperament der Grube ermittelt, so lässt sich mit genügender Genauigkeit
die nöthige Wettermenge derart bestimmen, dass wenigstens der ausziehende Wetterstrom ein festgesetztes
Maximum der Verschlechterung nicht überschreitet.
Freilich darf man nicht annehmen, dass das chemische Temperament der Grube eine unveränderliche
Grösse ist,
Einentheils wird man nach Verlauf grösserer Zeiträume Veränderungen wahrnehmen, welche ihren
Grund in der Vermehrung des vermodernden Grubenholzes und in dem Fortschreiten des Baues in Grubenabtheilungen
mit verschiedenem chemischen Charakter haben. So zeigen z. B. die drei in grösseren Zwischenzeiten
vorgenommenen Analysen No, 15, 16 und 17 desselben Wetterzuges der Grube Heinitz erhebliche
Verschiedenheiten. Besonders hat sich das chemische Temperament zwischen der 16. und 17. Analyse geändert,
und hier ist die Veränderung hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben. dass in der Zwischenzeit
mit dem Abbau in einer tieferen Sohle begonnen wurde.
Anderentheils ist auch das chemische Temperament sicher geringeren Schwankungen unterworfen,
welche durch die atmosphärischen Erscheinungen an der Erdoberfläche bedingt werden. So werden sich
der Sauerstoff- Verlust und die Kohlensäure-Aufnahme der Wetter, wie aus der früheren Besprechung der
Schwefelkies-Oxydation hervorgeht, mit der Menge des Grubenwassers ändern müssen. und diese ist wieder