Full text : Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens

103 Untersuchung der auszichenden Wetterströme in den Steinkohleu-Bergwerken des Saarbeckens.
der Platte sofort in Oxydhydrat übergegangen war. In beiden Fällen scheint aber die Menge des gebildeten
 Eisenoxydes nur von dem Absorptionsvermögen des Wassers für den atmosphärischen Sauerstoff abzuhängen.


Es kann hiernach das stärkere Rosten des Eisens in der Grube wohl nur dem Ucbelstande zugeschrieben
 werden, dass dasselbe in der feuchten Grubenluft niemals trocken wird, sondern in der für die
Oxydation günstigsten Weise stets mit einer dünnen Wasserschicht bedeckt ist. Für diese Annahme spricht
auch noch besonders die Thatsache, dass alte ausgebaute Pumpensätze im Innern, wo sie beständig mit
saurem Wasser gefüllt waren, nur geringe Abnutzung zeigen, während sie an ihrer äusseren Oberfläche,
welche fast nur mit condensirtem Wasser in Berührung kommt, bis zur Unbrauchbarkeit zörfressen wurden.
Aus den bisherigen Betrachtungen, welche sich hauptsächlich mit dem aus Sauerstoffverlust und
Kohlensäureaufnahme bestehenden Theil der Wetterverschlechterung beschäftigen, ergibt sich, dass wenigstens
für diesen Theil eine Vorausbestimmung der nöthigen Wettermengen aus der Grösse der Belegschaft oder
anderen Betriebszahlen nicht statthaft ist, Es würde aber nun noch zu untersuchen sein, ob eine derartige
Bestinmung in Bezug auf die weit gefährlichere Beimischung an Grubengas zweckentsprechend ist.
Am 6, December 1572 warde in Frankreich vom Minister der öffentlichen Arbeiten eine „Instruction
über die in Bergwerken mit schlagenden Wettern zu treffenden Sicherheitsmassregeln“ erlassen, nach welcher
die für die Gruben erforderliche Wettermenge hauptsächlich nach der Grösse der Förderung bemessen werden
sollte. Man ging bei dieser Bestimmung von der Ansicht aus, dass die Menge exhalirten Grubengases der
Ausdehnung der in Bau genommenen Kohlenoberfläche und folglich der Höhe der täglichen Förderung proportional
 sei. Für die Saarbrücker Gruben, welche in ihrer Verwaltung und in ihren Abbauverhältnissen
nur geringe Abweichungen von einander aufweisen, darf man, ohne einen grossen Missgriff zu thun, die
tägliche Förderung proportional der Belegschaft setzen, und somit müssten hier nach obiger Voraussetzung
auch die exhalirten Grubengasmengen annähernd der Belegschaft proportional sein.
Nach den vorliegenden Untersuchungsresultaten würde aber für die verschiedenen Wetterzüge auf
je 100 Bergleute eine Grubengas-Exhalation fallen von
1. Grube Albertschacht
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287 cbm.
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also Mengen, welche ungemein mit einander differiren,
Freilich ist die in der obigen Instruction verlangte Wettermenge — +5 bis 3% der Tonnenzahl, die
in 24 Stunden gefördert wird, an Cubikmetern pro Secunde — so reichlich hoch gegriffen, dass sie auch
für alle Saargruben ausreichen würde, Rechnet man nämlich auf jeden Bergmann den durechsehnittlichen

Dudweiler

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