30
Untersuchung der ausziehenden Wetterstrüme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.
Vergleicht man zunächst die Totalverschlechterung der Wetter mit derjenigen, welche durch die
Belegschaft bewirkt wird, so zeigt sich, dass die letztere nur einen sehr geringen Theil der ersteren ausmacht,
Im Durchschnitt besteht die Totalverschlechterung aus
268,79 cbm. 0) = Verlust,
117,75 - CO,
8912 - CH. | — Aufnahme,
15,67 cbm, O0 =— Verlust und
12,09 - CO, = Aufnahme
bewirken kann. Es beträgt somit der von der Belegschaft herrührende O-Verlust nur etwa 7 des
Totalverlustes, und die von ihr herrührende CO,-Aufnahme kaum 4} der ganzen CO,- Aufnahme.
Um auch durch einen directen Versuch die überwiegende Grösse des von der Belegschaft unabhängigen
Theiles der Wetterverschlechterung nachzuweisen, wurden die Untersuchungen 17 und 18 unternommen.
Die Gase zu beiden Untersuchungen wurden dem ausziehenden Wetterstrome der Grube Heinitz
entnommen, und zwar das für die erste am Dienstag, den 20. Sept. 1875, während 727 Bergleute und 10
Pferde in der Grube beschäftigt waren, und dasjenige für die zweite am darauf folgenden Sonntage, zu
einer Zeit, wo die Grube vollständig leer von Menschen und Pferden war. ”
Nun beträgt die Totalverschlechterung am Dienstag:
819,20 cbm. 0 = Verlust,
312,05 - CO, } _ Aufnahme,
117,71 - CH,
während die Belegschaft nur
and am Sonntag.
650,11 cbm. 0 = Verlust,
210.40 - CC,
69.27 - CH. | =— Aufnahme.
163,09 cbm. 0 = Verlust,
de 7 CR | — Aufnahme,
ergibt, während durch die Belegschaft nur eine Verschlechterung von
37,71 cbm, O0 =— Verlust,
28,89 - CO, = Aufnahme
bewirkt werden konnte. Ist num hiernach auch die Differenz weit grösser, als sie sein dürfte, wenn sie nur
von der Respiration der Belegschaft und dem Brennen der Lichter herrührte, so erklärt sich der Ueberschuss
doch sehr leicht daraus, dass während der Sonntagsruhe vor vielen Oertern ein Stagniren der Wetter
aintritt, wodurch ein Theil der verschlechternden Gase dem Wetterzuge vorenthalten wird. Auch mögen
wohl die frischen Bruchflächen der Kohle durch die Eröffnung neuer, nicht mit den Zerklüftungen communieirender
Poren eine etwas kräftigere Exhalation besitzen, was ebenfalls zu der Verminderung der Wetterverschlechterung
während der Sonntagsruhe beitragen müsste, Dass aber sicher die Differenz nicht nur der
direeten Wirkung der Belegschaft zugeschrieben werden darf, geht am deutlichsten daraus hervor, dass sich
auch in der Menge des Grubengases eine sehr erhebliche Verschiedenheit zeigt, und diese muss unbedingt
eine andere Ursache haben.
Aus den Untersuchungen geht demnach mit genügender Sicherheit hervor, dass die Wetterverschlechternng
sehr viel grösser ist, als sie durch die Respiration der Belegschaft und das Brennen der
Lichter bewirkt werden könnte; der bei weitem grösste Theil derselben muss anderen, von den Eigenschaften
des Grubenbaues abhängenden Ursachen zugeschrieben werden. Unter diesen Ursachen werden sicher die
langsame Zersetzung der Kohle, die Vermoderung des Grubenholzes und die Oxydation des Schwefelkieses
die bedeutendsten Rollen spielen und es würde von nicht geringem Interesse sein, für jeden dieser Factoren
woraus sich eine Differenz von