Full text : Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens

Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.

denen Theilstrecken nahezu übereinstimmt. Dieselbe Uebereinstimmung wird aber auch noch existiren, wenn
man die jedesmalige Wettermenge dem erwähnten Producte proportional setzt, und die Beobachtung der
Commission spricht somit ebenso gut für meine obige Annahme.

Die Gesammtverschlechterung der Wetter lässt sich in zwei Theile scheiden, von welchen der erste
durch die Belegschaft bewirkt wird, also von der Grösse derselben abhängig ist, der zweite dagegen lediglich
der chemischen Wirkung des Grubenbaues zugeschrieben werden muss. Der erste Theil ist eine Folge der
Athmung der in der Grube arbeitenden Menschen und Pferde, sowie der Verbrennung des Oeles in den
Grubenlichtern und lässt sich daher, wenigstens annähernd, voraus berechnen.
Freilich findet man unter den Zahlenangaben, welche die Respiration betreffen, sehr erhebliche
Abweichungen, die hauptsächlich ihre Ursache in den grossen Schwierigkeiten haben, mit denen darauf
bezügliche Untersuchungen verknüpft sind. Man wird aber wohl der Wahrheit genügend nahe kommen,
wenn man annimmt, dass ein ausgewachsener Mensch pro Stunde 24,0 Liter Sauerstoff verbraucht und dafür
 21,6 Liter Kohlensäure ausathmet. Ein Grubenlicht verbrennt im Durchschnitt pro Stunde 15 Gramm
Rüboel (C,oH,30,); bei deren vollständiger Verbrennung 26,5 Liter Sauerstoff verbraucht und 16,9 Liter
Kohlensäure gebildet werden, Demnach kann man rechnen, dass ein Bergmann mit seinem Lichte pro
Stunde 50,5 Liter Sauerstoff consumirt und 38,5 Liter Kohlensäure erzeugt,
Den stündlichen Sauerstoff-Verbrauch eines Pferdes habe ich zu 100 Liter angenommen und entsprechend
 seine Kohlensäure-Ausathmung zu 90 Liter.
Zu dem von der Belegschaft abhängigen Theil würde auch noch diejenige Verschlechterung zu
rechnen sein, welche die Wetter infolge des Schiesspulver-Verbrauchs in der Grube erfahren. - Dieselbe ist
aber, wie aus der folgenden Betrachtung hervorgeht, so gering, dass sie bei der Untersuchung der ausziehenden
 Wetter füglich vernachlässigt werden darf,
Nach einer älteren Untersuchung von Bunsen und Schischkoff bildet sich bei der Verbrennung von
i Gramm Schiesspulver von der Zusammensetzung:
Salpeter — 0,789 Gramm.
Schwefel = 0,098
Kohle 0,110
ein fester Rückstand, welcher enthält:
K„, 50,
K,CO,
K;5,0,
K,5S
KCNS
KNO,

0,422
0,126
0,032
0,021
0,003
0,057
0,007
0,001
0.0928

(NH ),CO,
pestehen aus
N
CO,
CO
H
SH,
N

während die entwickelten Gase

79,40 Cubikcentimeter
\L,71
7,49
4434
TO

%

193,10 -
Nun wurden z. B. in der Grube Heinitz im Jahre 1873 an Pulver 63300 kg. verschossen, also
            
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