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Untersuchung der ausziehenden Wetterströme in den Steinkohlen-Bergwerken des Saarbeckens.
Lage von selbst durch ihr eigenes Gewicht wieder in die frühere vertikale Stellung zurückgeführt werden,
also ein wiederholtes Einstellen unnöthig ist.
Wendet man alle bisher geschilderten Vorsichtsmassregeln an und sind ausserdem noch die Resultate,
wie es bei den vorliegenden Untersuchungen der Fall ist, die Mittelwerthe aus je zwei oder mehr in
mehrstündigen Intervallen vorgenommenen Ablesungen, so kann man in den Zahlen, weiche die procentische
Volumen-Zusammensetzung der Gase ausdrücken, sehr gut noch die zweite Decimalstelle als richtig annehmen
und wohl auch noch der dritten Beachtung schenken. Zu bemerken ist aber, dass alle die Untersuchungsmethode
verschärfenden Abänderungen erst im Laufe der Untersuchungen nach einander entstanden
sind. dass also die Resultate der frühesten nicht einen solchen Grad der Genauigkeit beanspruchen können.
Alle Wetter waren auf vier Bestandtheile zu untersuchen, nämlich auf Kohlensäure, Kohlenwasserstoffgas,
Sauerstoffgas und Stickstoff.
Der Kohlensäure-Gehalt wurde, wie schon früher bemerkt, durch Absorption mittelst einer sehr
wasserreichen Kalikugel hestimmt, Bei den späteren Untersuchungen geschah dies in einer 700 mm. langen
Absorptionsröühre, in welcher die Absorptionskugel über 48 Stunden verblieb, um mit Sicherheit eine
vollständige Absorption annehmen zu dürfen. Dann wurde die wasserreiche durch eine wasserarme Kalikugel
ersetzt und erst nach 24 Stunden, nach welcher Zeit man das Gas als sicher ausgetrocknet betrachten
konnte, zur Ablesung geschritten,
Die Bestimmung des Gehaltes an Kohlenwasserstoffgas und Sauerstoff geschah durch Verpuffung
mit Knallgas, resp. Wasserstoffgas, und zwar in einer neuen Portion der Wetter, wenn die Kohlensäure-Absorption
in einer 700 mm, Jangen Röhre, welche das Ueberfüllen in die Eudiometer nicht gestattet haben
würde, vorgenommen, war.
Von den Kohlenwasserstoffen konnte ausser Grubengas (CH,) nur noch Aethylwasserstoff (C,He)
erwartet werden, da andere Kohlenwasserstoffe, wie sie Bischof früher nachgewiesen zu haben meinte, nach
den neueren Untersuchungen des Herrn Dr. E. von Meyer!) in den Wettern nicht vorhanden sein können,
Auch das Aethylwasserstoffgas kommt, wo es überhaupt vertreten ist, in den Wettern nur in verschwindend
kleinen Mengen vor. So hat Dr. von Meyer selbst in einem Bläser mit 24 pCt. Grubengas und in Schlagwettern
mit 23 pCt. Grubengas gar kein Aethylwasserstoffgas nachweisen können, und ich fand (Anhang IL.)
in einer an Kohlenwasserstoff reichen Grubenluft neben 4,514 pCt, Grubengas nur 0,063 pCt. Aethylwasserstoff
und in den Gasen eines Bläsers neben 93,964 pCt. Grubengas nur 0,884 pCt. Aethylwasserstoff,
Es konnte demnach von der besonderen Bestimmung der etwa vorhandenen verschwindend kleinen Mengen
von Aethylwasserstoffgas bei der Untersuchung der ausziehenden Wetter, welche überhaupt nur wenige
Zehntel Procent an Kohlenwasserstoffen enthalten, füglich Abstand genommen werden, und es unterblieb
daher die Absorption der durch die Verpuffung gebildeten Kohlensäure, welche nicht nur eine bedeutende
Verzögerung der Analyse mit sich geführt, sondern auch noch durch die unvermeidliche Verunreinigung
der Eudiometerwände mit Kalihydrat hinderlich auf die spätere Sauerstoffbestimmung gewirkt haben würde,
Selbstverständlich musste bei der Bestimmung des Sauerstoffes auf die im Gase vorhandenen Mengen
von Kohlensäure Rücksicht genommen werden, da die Letztere bei der Verpuffung mit überschüssigem
Wasserstoff zu Kohlenoxydgas reducirt wird. Diese Reduction geht freilich, wenn beträchtliche Mengen
von Kohlensäure zugegen sind, nicht vollständig vor sich; bei den vorliegenden Untersuchungen aber, wo
in den Gasen die Kohlensäure nur in so geringen Mengen vertreten ist, durfte man sie, ohne einen erheblichen
Fehler befürchten zu müssen, als vollständig reducirt in Rechnung ziehen.
Bei der Berechnung der Analyse wurden natürlich auch noch die Volumen der durch die beiden
Verpuffungen gebildeten Mengen Wasser berücksichtigt.
Aus den Ergebnissen der Analyse ist zunächst die procentische Verschlechterung berechnet worden,
welche die Wetter auf ihrem Wege durch die Grube vom Einfallen bis zum Ausziehen erlitten haben... Es
1) Dr. E. von Meyer, Untersuchung der aus einigen Saarkohlen stammenden Gase. — Journ. für pract. Chemie. Bd. 6.
Seite 389. (1872.)