Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

Vomhundertsatzes an Eisen selbst, genügt vollkommen, um 
das nach und nach sich entkohlende Eisen leicht flüssig zu 
erhalten. An Hilfseinrichtungen sind drei große Kupolöfen 
von zehn Meter wirksamer Höhe vorhanden, von denen 
jeder in zwanzig Minuten einen Konvertersatz herunter— 
schmelzen kann, bei einem Koksverbrauch von nur noch 
sechzig Kilogramm auf die Tonne Roheisen. 
Von dem Neunkircher Puddelwerk, das sich seit 1831 
eines hohen Ansehens erfreute, ist der älteste Teil längst 
der Zeit zum Opfer gefallen. Seit das Flußeisen den 
früheren Markt des Schweißeisens ganz erobert hat, ist 
von dem baulich noch erhaltenen Reste nur noch ein kleiner 
Teil in Betrieb. Jetzt werden in der Anlage mit sechs Dampf— 
hämmern und zwei Luppenwalzwerken noch achtundzwanzig 
Puddelöfen ausschließlich auf die Erzeugung von Qualitäts— 
eisen betrieben. Noch immer steht das Stummsche Qualitäts— 
eisen wie Schweißeisen-Extraqualität, Hufstabeisen und 
Nieteisen so hoch im Preise, daß das Puddeln in bestimmten 
Grenzen einen gut lohnenden Betrieb darstellt. 
Hatte sich die elektrische Kraft zuerst nur die Beleuchtung 
des Werkes erobert und wurde sie dann verstreut zu Be— 
wegungszwecken verwandt, so wog jetzt bald schon ihre Ver— 
wendung als Kraftquelle vor. Fünf im Werke verteilte 
Betriebsstellen besorgen die elektrische Kraftübertragung. 
Mit der Fertigstellung der im Bau begriffenen elektrischen 
Zentrale wird die elektrische Kraftübertragung noch eine 
erheblich größere Rolle spielen, da die planmäßige Ver— 
brennung der Gichtgase aus den Hochöfen und der Abgase 
aus den Koksöfen in mächtigen Gaskraftmaschinen solche 
Kraftmengen zur Verfügung stellt, daß die gesamte Werks— 
anlage einschließlich der großen Gebläsemaschinen unmittelbar 
oder durch Vermittelung der elektrischen Kraftübertragung
	        
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