Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

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sämtliche Beschick- und Ausstoßmaschinen mit elektrischem 
Antrieb versehen waren. Zu ihnen war 1897 noch eine 
Gruppe von dreißig Ottoschen Unterfeuerungsöfen gekommen. 
Zugleich wurde die Gewinnung von Nebenerzeugnissen bei 
der Koksbereitung gepflegt und zu einer hohen Vollkommen— 
heit ausgebildet. Später kam dazu eine sehr weitgehende 
Ausnützung der Abhitze der Koksöfen zur Kesselheizung, die 
schließlich die VWerwendung des Dampfes in dem 1200 Meter 
entfernten Blockwalzwerk ermöglichte, nachdem eine sorgsam 
umhüllte Dampfleitung dahin gebaut worden war. 1901 
war die Koksanlage mit ihren fünfunddreißig Dampfkesseln 
von zusammen 2414 Flächenmeter Heizfläche eine Haupt— 
kraftquelle des Werkes. Der Neubau zweier Kohlenwäschen 
schloß sich an. Die eine wurde für vierzig, die andere 
für sechzig Tonnen Rohkohle stündlich eingerichtet. Zu 
den vier steinernen Winderhitzern der Hochöfen von 1887 
gesellten sich nach und nach weitere, sodaß 1894 zwölf und 
1900 siebzehn in Betrieb waren, welche sämtlich fünfund— 
zwanzig Meter Höhe aufwiesen und neben den beiden alten 
Schornsteinen von fünfundfünfzig Meter Höhe einen solchen 
von siebzig Meter für sich benutzten. Der bedeutend stärker 
erwärmte Wind mit den erheblich in ihrer Tragfähigkeit 
gehobenen Preßkoks oder Stampfkoks ermöglichte jetzt auch 
die Anlage höherer und weiterer Hochöfen, wie sie auf 
anderen Saarwerken bereits in Gebrauch waren. 1895 
kam der erste Ofen von zwanzig Meter Höhe anstelle eines 
kleineren zur Ausführung. Während in den kleineren 
Hochöfen nunmehr unter den günstigeren Umständen statt 
der früheren fünfundvierzig Tonnen je fünfzig Tonnen 
Roheisen erblasen wurden, wies der neue große Hochofen 
eine Tagesleistung von hundertundfünf Tonnen auf. Gleich— 
zeitig war die Verwendung der Hochofengase zur Kessel—
	        
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