Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

nach dem Binnenmarkte und den Auslandsmärkten sicherte. 
Dabei traf das Neunkircher Eisenwerk in dieser Zeit ein 
schwerer Verlust. 1892 hatte Generaldirektor Emil Schüler 
dort sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum im Werke gefeiert. 
1894 versagten jedoch auch seine Kräfte. Kurz nach seinem 
Weggange raffte ihn in München der Tod hinweg. An 
seine Stelle trat Theodor Zilliken. 
Für die Saarhütten entsprangen aus der geringeren 
Güte der Saarkohle viele Schwierigkeiten, die man ander— 
orts nicht kannte. Die Saarfettkohle gibt wegen ihrer 
geringen Backfähigkeit einen Koks von mäßiger Festigkeit 
und Dichte. Schon früher wurde zur Verbesserung der 
Eigenschaften des Koks die gewaschene Kohle in Schleuder— 
mühlen sehr fein gemahlen. Die guten Erfolge, welche 
man in Oberschlesien bei einer ähnlichen Kohle mit dem 
Stampfverfahren von Quaglio erzielt hatte, gaben Ver— 
anlassung, auch in Neunkirchen das Verfahren zu erproben. 
Anstelle einer lockeren Füllung des Koksofens von oben 
wird bei dieser Verkokungsart die feingemahlene Kohle in 
einem Kasten zu einem Kuchen von den Abmessungen einer 
Kokskammerfüllung gestampft und mitsamt dem Stampf— 
kastenboden in den Ofen eingeschoben. Beim Zurückziehen 
des Bodens streift dann die herabgelassene und festgehaltene 
Ofentür den Kuchen von dem Boden ab. 1890 wurde 
bei Gelegenheit einer Neuzustellung die erste Koksofengruppe 
mit dieser mechanischen Beschickung versehen. Das Stampfen 
geschah anfangs noch von Hand, später aber durch elektrisch 
angetriebene Fallhämmer. Nach und nach wurden alle 
vorhandenen Koksofengruppen in dieser Weise umgebaut 
und mit Stampfkohlenbeschickung ausgerüstet. 1895 kam 
eine neue, siebente, Gruppe dieser Bauart hinzu. Ende 
1900 waren 354 Koksöfen dieser Art in Betrieb, deren
	        
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