Full text: WS 1948/49 (0001)

In einer apokalyptischen Gegenwart gilt es aus 
Trümmern, Elend und Not eine bessere, neue Welt 
aufzubauen. 
Politik, Wirtschaft und Sozialreformen genügen 
nicht. Ehrfurcht, Liebe, Gemeinschaft und Freiheit 
sind die Pfeiler dieser Erneuerung, überwölbt vom 
Glauben an den christlichen abendländischen Geist. 
Diese Erkenntnis soll die Gestalt unserer neuen Uni- 
versität bestimmen, eine Stätte der Wahrhaftigkeit und 
Ehrfurcht durch Wissenschaft und Humanitas zu sein. 
„Wissenschaft als universales Wissenwollen des 
Wißbaren‘“ — 
Humanitas als Ehrfurcht vor dem Menschsein, dem 
göttlichen Werk. 
Wissen ‚macht frei. Freiheit ist Überwindung der 
Willkür, ist Rückkehr zum Gewissen, zur Einsicht, zur 
Erkenntnis — ist Anspruch zu erfahren, zu erleben, 
aus eigenem Ursprung zu wollen. 
Aber die Freiheit realisiert sich nur in der Ge- 
meinschaft, denn ich kann nur in dem Maße frei sein, 
wie die anderen es sind. 
So wirkt die Universität mit an der Schöpfung eines 
Rechtsstaates freier Menschen, an der Erziehung zum 
Ideal des Weltbürgers über alle Grenzen hinweg, 
Mögen Lehrer und Forscher, Studierende und Schü- 
ler der Verpflichtung von Wissenschaft und Humanitas 
dienen in dem Bewußtsein: 
Mens agitat molem. 
Dr. STRAUS 
Minister für Kultus, Unterricht und Volksbildung.
	        
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