berichtete Borde, der Unterpräfekt des Arrondissements Saarbrücken,
an d’Ormechville, Präfekten des Departements de la
Sarre, über die Verhältnisse des Gymnasiums. Er fand die
Räume des mit Akten vollgestopften Schulhauses am Ludwigsplatz
ungenügend und empfahl die Erwerbung eines anderen
Gebäudes. Die Lage der Lehrer war trostlos, da sie seit
mehreren Jahren keine Bezahlung erhielten, und dieser Mangel
war natürlich nicht geeignet, ihren Eifer für den Unterricht zu
beleben. Da die erledigte Stelle noch nicht wieder besetzt war,
so wurden wichtige Teile des Unterrichtes vernachlässigt. Um
die Verhältnisse an der Schule zu bessern, empfahl der Unterpräfekt
mehrere Änderungen.
1. Die Unterordnung unter eine andere Aufsichtsbehörde.
da das Generalkonsistorium in Mainz zu weit entfernt sel.
2, Das so notwendige, aber zu langsame und trockene
Studium der lateinischen Sprache müsse durch eine bessere
Methode und durch sorgfältige Auswahl der für die Jugend
geeigneten Schriftsteller beschleunigt und belebt werden.
3. Ein Vorwurf, der uns im Munde eines französischen
Beamten eigentümlich berührt, die Kenntnis der deutschen
Sprache werde zugunsten der fremden Sprachen vernachlässigt;
diesem Übelstande müsse abgeholfen werden. Die
Lage der Stadt Saarbrücken an der Grenze von Frankreich
und Deutschland, in angenehmer Gegend, inmitten eines
blühenden Industriebezirkes, mache sie zum Sitze einer
Schule durchaus geeignet. Als Unterrichtsgegenstände wurden
außer den bisherigen Gymnasialfächern Komposition (Stillehre)
und Deklamation, Zeichnen, Gesetzes- und Rechtskunde
empfohlen, auch Berücksichtigung der für den Handelsstand
notwendigen Kenntnisse. Jährliche öffentliche Prüfungen,
Preisverteilungen mit physikalischen Experimenten der Schüler
und Ausstellung der besten Arbeiten sollten der Schule das
Interesse der Bewohner gewinnen und den Eifer der Schüler
beleben. Die Mittel für die notwendige Vermehrung der
Lehrkräfte könnten bei der Verarmung des Stiftes und der
Erschöpfung der Bürgerschaft zunächst nur durch die Erhebung
eines Schulgeldes gewonnen werden; vielleicht
werde es auch gelingen, unter dem wohlhabenden Teile
der Bürgerschaft opferwillige Gönner der Schule zu finden,
denen man sich durch ehrende Inschriften usw. dankbar
erweisen könne.