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werden, da das Schulwesen vieljähriges und anhaltendes
eigenes Studium erfordere. Um tüchtige Lehrkräfte zu halten,
solle man den Prorektor dem Rektor im Gehalt gleichsetzen.
Zur Vermehrung der Schulbibliothek sollte von jedem Schüler
ein Eintrittsgeld von 2 Gulden erhoben werden. Endlich
wünschte Kiefer mit dem Gymnasium ein Lehrerseminar zu
verbinden.
Es fehlte viel, daß Kiefer an der leitenden Stelle ein
offenes Ohr oder gar eine offene Hand gefunden hätte. Zwar
schenkte Fürst Ludwig der Schule einige physikalische Instrumente,
darunter eine Elektrisiermaschine, aber im übrigen hielt
er an dem Grundsatz fest, daß das Gymnasium möglichst
wenig kosten dürfe. Statt die von seinen Vorfahren gegründete
Schule kräftig zu unterstützen, ließ der Fürst sich von einem
Abenteurer für den Plan einer Ritterakademie in Saarbrücken
gewinnen und übernahm selbst das Protektorat über diese
Anstalt, die freilich ein totgeborenes Kind war.’)
VI. Die Ecole secondaıre.
Als Kiefer im Jahre 1759, während des siebenjährigen
Krieges, das Prorektorat antrat, gab er in seiner poetischen
Ansprache der Freude darüber Ausdruck, daß kein Feind die
Sicherheit des Landes bedrohe und kein wildes Waffengeräusch
die Ruhe der Bewohner störe. In seinem Alter mußte er es
erleben, daß zügellose Feindesscharen eindrangen, das angestammte
Fürstenhaus vertrieben und die ganze bestehende
Ordnung umstürzten. Die Kriegsunruhen und das Treiben
der Revolutionsmänner wirkten auf die Schule natürlich in der
ungünstigsten Weise ein. Die Schülerzahl, welche im Jahre
1789 sich auf 63 Köpfe belaufen hatte, war im Jahre 1798
auf 35 gefallen. Zugleich wurde ihr die materielle Grundlage
entzogen. Im Januar 1794 wurde dem Stiftsamtmann untersagt,
Früchte verabfolgen zu lassen, und so den Gymnasiallehrern,
deren Besoldung zum nicht geringen Teil aus Naturalien
bestand, ein großer Verlust zugefügt. Aber dabei blieb es
nr) y Vgl. Schmitz a. a. O. 8. 30 ff.