Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Geschick auf eine hohe Stufe der Ausbildung gehoben hatte.
In Harskirchen ist er im Jahre 1773 gestorben.
In demselben Jahre, in dem Belzer Saarbrücken verließ,
wurde das schöne Schulgebäude zum Teil zerstört. Im Jahre
1762 hatte Fürst Wilhelm Heinrich den Grund zu der neuen
Kirche auf dem Platze hinter dem Gymnasium gelegt, die erst
von seinem Nachfolger vollendet und ihm zu Ehren Ludwigskirche
 genannt wurde. Da nun das Gymnasium den unmittelbaren
 Zugang zu der Kirche und den Blick auf dieselbe von
der Wilhelmstraße aus versperrte, so ließ Fürst Wilhelm Heinrich
 im Jahre 1767 den Mittelbau des Gymnasiums abbrechen,
so daß ‚nur die Seitenflügel, welche die Dienstwohnungen der
Lehrer enthielten, stehen blieben. So wurde in der Tat ein
hübscher Durchblick geschaffen, aber für die Schule war diese
Veränderung höchst bedauerlich, da die kaum gewonnenen
schönen Unterrichtsräume wieder verloren gingen. Fürst Wilhelm
 Heinrich hatte vielleicht die Absicht, einen angemessenen
Ersatz zu schaffen, aber er starb im nächsten Jahre und hinterließ
 eine große Schuldenlast. Die Lehrer mußten nun den
Unterricht neun Jahre lang in ihren Dienstwohnungen halten.
So schloß die Ära Wilhelm Heinrichs, die so hoffnungsvoll
begonnen hatte, mit einem doppelten Mißklang.

2, Rektor Kiefer (1767—1808).
Belzers würdiger Nachfolger war Johann Nikolaus Kiefer.)
Er war 1734 zu Niederlinxweiler geboren, hatte die Lateinschule
 in Ottweiler und zwei Jahre lang das Gymnasium in
Saarbrücken besucht und 1753 mit dem Stipendium Ludovicianum
 die Universität Jena bezogen, wo er die Magisterwürde
erwarb. Seit 1759 wirkte Kiefer als Prorektor an der Schule
zu Saarbrücken und versah zugleich die zweite Pfarrstelle in
St. Johann; 1780 wurde er Konsistorialrat. Als Leiter der
Schule wandelte er ganz in Belzers Bahnen. Von seinem
wissenschaftlichen Sinn zeugt seine Abhandlung de Gnosticis
in novo testamento tactis, Saraeponte 1772*), und das
| » Schmitz, das geistige Leben in Saarbrücken in den Jahren 1773/74.
Mitteilungen des historischen Vereins VIII 27 ff.
?) Kiefer war auch Doktor der Philosophie, 1762 fand in Saarbrücken
 unter seinem Vorsitze eine wissenschaftliche Disputation statt, in
welcher Georg Philipp Dern, ein Sohn des Hofrats Dr. Dern, seine Dissertation
 de primis rerum corporearum principlis verteidigte. Opponenten
waren Dr. Haybach und J. F. D. Lauckhard.
            
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