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er habe die Schulordnung von 1736 nicht beachtet. Belzer
entgegnete, sie sei ihm nicht mitgeteilt worden; er habe seinen
Lehrplan nach dem Beispiele der berühmten Schulen zu Halle,
Kloster Bergen und Berlin eingerichtet. Ferner vermißte man
jährliche gelehrte Programm - Abhandlungen. Belzer erklärte,
der Schule werde nach seiner und anderer bewährter Schulmänner
Ansicht mit gelehrten Aufsätzen, die niemand lese,
kein Dienst geleistet; es würde ihm sonst nicht schwer gefallen
sein, solche zu verfassen, da er außer der Ausarbeitung nützlicher
Schulbücher‘) auch dergleichen Abhandlungen früher
habe in Monatsschriften einrücken lassen. Er habe seine Zeit
in nutzbringenderer Weise verwendet durch Ordnung der
Sammlungen und Aufbewahrung der geschichtlichen Nachrichten
über die Schule, Auch gegen den Vorwurf, er habe
die Schule nicht ausreichend besucht, mußte sich Belzer verteidigen;
ferner wurde ihm vorgehalten, er habe Kinder zu
früh ins Gymnasium aufgenommen, und die Schüler würden
nicht genügend gefördert. Endlich wandte man sich gegen
die Einrichtung der Schule und bemängelte namentlich die
Redeübungen, die den Kindern eingetrichtert seien und keinen
Wert hätten. Belzer verteidigte sich mit Schärfe und Bitterkeit
gegen diese Vorwürfe, aber seine Gegner im Konsistorium
hatten die Oberhand. Im Dezember 1765 reichte das Konsistorium
bei dem Fürsten den Antrag ein, daß die Aufsicht des
Gymnasiums und der deutschen Stadtschulen dem Rektor in
Zukunft nicht mehr zu überlassen sei, und dieser Antrag wurde
genehmigt. Im Mai desselben Jahres hatte Belzer eine Ordnung
des Unterrichts für das Gymnasium entworfen, über die
im Konsistorium eingehend beraten wurde. Belzer hatte, wie
es scheint, einen schweren Stand gegen die Besserwisser. Es
gelang schließlich Belzers Gegnern, ihn ganz von der Schule
zu verdrängen; im Herbst 1767 wurde Belzer als Inspektor
(Superintendent) nach Harskirchen in der Grafschaft Saarwerden
versetzt. Es wird erzählt, daß er das leichtfertige
Leben am Hofe getadelt habe. Dies sei dem Fürsten hinterbracht
worden und so habe sich Belzer dessen völlige Ungnade
zugezogen. Mit schwerem Herzen schied der bewährte Mann
von der Schule, die er in 22jähriger Tätigkeit durch seinen
regen wissenschaftlichen Sinn und durch sein pädagogisches
1) Belzer hat die dialogi sacri des Castellio neu herausgegeben.