Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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aufmuntern, denen, die stecken bleiben, die Worte in den
Mund legen und, die es treffen, vorsichtig loben.«
Belzer war Schulmann mit Leib und Seele, das dürfte
hieraus zur Genüge hervorgehen. Mit der größten Gewissenhaftigkeit
 lag er seinem Amte ob, und wie sehr er um die
ihm anvertraute Jugend besorgt war, zeigt das Programm von
1760, in welchem er zum ersten Male eine vollständige Schülerliste
 veröffentlichte und die Worte darunter setzte: »Gott
lasse keinen von diesen allen verloren gehen!« Dabei-leuchtet
selbst aus seinen amtlichen Bekanntmachungen ein liebenswürdiger
 Humor. Einmal kündigte er z. B. eine Redeübung
der jüngsten Schüler mit der Bemerkung an, daß er von dem
Inhalt ihrer Reden und Gespräche nichts Gewisses melden
könne, weil die Verschwiegenheit eine besondere Tugend der
kleinen Schüler sei. Er lade aber getrost und geziemend
jedermann ein, da die Kleinen gewiß ihre Sache kurz und gut
machen würden. Ein anderes Mal bezeichnete er das geographische
 Pensum der Prima als eine Lustreise durch die
vornehmlichsten Städte Deutschlands. Solche Äußerungen
lassen darauf schließen, daß er den Unterricht für die Schüler
anregend und angenehm zu gestalten suchte.
Aber der treffliche Mann hatte mit vielen Widerwärtigkeiten
 und Anfeindungen zu kämpfen. Schon bald nach dem
Antritt des Rektorates, mit dem die Aufsicht über das gesamte
Saarbrücker Schulwesen und ein Sitz im Konsistorium verbunden
 war, klagte er, daß »seine kaum angefangenen Bemühungen
 bei Serenissimi Hochfürstlicher Durchlaucht verkleinert
 und verschwärzet worden seien.« Doch vorläufig gelang
 es Belzers Gegnern noch nicht, seine Stellung zu erschüttern.
 Nach der Herbstprüfung 1762 geruhte Serenissimus
‚seine gnädigste Zufriedenheit über die im Examen abgelegten
Proben des Wachstums unserer Jugend in Wissenschaften zu
äußern«. Im Anfang des Jahres 1764 erging jedoch eine Verfügung,
 aus der Belzer ersah, daß seine Gegner mit Erfolg
gegen ihn gearbeitet hatten. Belzer rechtfertigte sich gegen
die Anschuldigungen, doch im April 1765 wurde er abermals
zur Verantwortung aufgefordert. Er erwiderte hierauf in einer
Eingabe an das Konsistorium und verlangte, daß ihm zum
Recht wider seine Verleumder verholfen werde, da sein guter
Name unmittelbar mit dem guten Namen der Schule verbunden
sei, Wir erfahren, daß man dem Rektor zum Vorwurf machte,
            
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