Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Da

und Schreiben die lateinische Sprache und Gesang die Hauptunterrichtsgegenstände
 der Kloster- und Stiftsschulen. Dazu
kamen allenfalls die zur Ausbildung «der zukünftigen Prediger
notwendigen Elemente der Rhetorik und Dialektik, Diese
drei Wissenschaften, Grammatik, Rhetorik und Dialektik bildeten
bekanntlich das trivium, den unteren Lehrgang der sieben freien
Künste des Mittelalters, während das quadrivium, aus Arithmetik,
 Geometrie, Musik und Astronomie bestehend, den fortgeschrittenen
 Schülern vorbehalten blieb. In St. Arnual dürfte
das Lehrziel nicht allzu hoch gesteckt worden sein; die Schüler
in St. Arnual lernten wohl nur soviel Latein, um das Brevier
beten, die Messe lesen und die Psalmen singen zu können.
Klagte doch schon im Jahre 1180 der Bischof von Metz über
die Saumseligkeit der Chorherren, die ihren eigenen Geschäften
und Bequemlichkeiten nachgingen und mehr um die Einnahme
ihrer Einkünfte als um das Heil der ihnen anvertrauten Seelen
bekümmert seien.!) So mag denn auch hier, wie anderwärts,
der Scholasticus den Unterricht gegen geringes Entgelt einem
Hilfslehrer oder Locatus überlassen haben. Da St. Arnual die
einzige Bildungsstätte in der näheren Umgebung von Saarbrücken
 war, so besuchten außer den für den geistlichen Stand
bestimmten Knaben auch andere Söhne von höheren Beamten
und wohlhabenden Bürgern der Städte Saarbrücken und St.
Johann den Unterricht der Stiftsherren und wurden in denselben
Lehrfächern wie die zukünftigen Geistlichen unterrichtet,
Da die Kloster- und Stiftsschulen im 14. und 15. Jahrhundert
 verfielen, so nahmen sich die aufblühenden Städte des
Bildungswesens an und errichteten auf eigene Kosten Stadtschulen,
 auch wenn Kloster- oder Stiftsschulen an demselben
Orte lagen. Für die gräflichen Beamten und die Bürger von
Saarbrücken und St. Johann kam die Entfernung des Stiftes
St. Arnual von der Stadt als bestimmender Grund hinzu. Von
dem Dasein einer Stadtschule in Saarbrücken gibt’uns eine
handschriftliche Notiz im Staatsarchiv zu Koblenz Kunde, welche
in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zu setzen ist. Sie
lautet:

L]fF die schule

‚Item ist man mit Johan Graen uberkomen die schule
zu Sarbrucken zu regieren, die kinde latin und dutsche und

ij) Kremer, codex diplomaticus S. 303.
            
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