„13 —
eingeführt. In der Einladung zu dieser Feier führte Belzer
den Beweis, daß es zur Aufnahme der Schulen gereicht,
wenn tüchtige Landeskinder vor andern befördert werden.
Bei der Einführung begrüßte er den neuen Kollegen mit
lateinischen Versen und empfahl ihn den Schülern als Vorbild;
dann verbreitete sich Kiefer in einem deutschen Gedicht
über den Geist und die Pflichten des Lehramtes, und schließlich
bewillkommnete ein Schüler den neuen Lehrer mit einer
französischen Ansprache. Kiefer übernahm die zweite Klasse,
die Belzer seit Rupps Tode in den meisten Fächern mit der
ersten zusammen unterrichtet hatte. Damals besuchten 55 Schüler
die Anstalt. Im folgenden Jahre wurde, da in zehn Monaten
37 neue Schüler, darunter 9 Bürgersöhne, angemeldet worden
waren, eine vierte Klasse gegründet und dem früheren Pfalzgräflich
Birkenfeldischen Hofmeister Johann Friedrich Röchling,
einem geborenen Saarbrücker, als Subrektor übertragen. Der
Lehrgang der einzelnen Klassen war jedenfalls zweijährig; die
zweite Klasse zerfiel in zwei, die dritte und vierte sogar in je
drei Abteilungen.
Die Schülerzahl betrug im Jahre 1760:
in der ersten Klasse 10 und 2 adlige Hospitanten
zweiten ,„ 19
dritten „ 2
vierten 7
”
n N
» ”
Sa. 78 und 2 adlige Hospitanten,
Im nächsten Jahre stieg die Zahl auf mehr als 100 Schüler,
An ganzen Schultagen wurden in den drei oberen Klassen
fünf Stunden gehalten, von 7 bis 10 und von 1.bis 3 Uhr,
in der vierten Klasse morgens von 9 bis 11 Uhr; außerdem
wurden Privatstunden für schwächere Schüler gehalten. In
der Verteilung der einzelnen Fächer auf die Lehrstunden
scheint viel Freiheit geherrscht zu haben. Belzer schaffte die
Unsitte ab, daß die Schüler an den Markttagen und monatlichen
Bettagen den Unterricht versäumten. Die Schüler stammten
der Mehrzahl nach natürlich aus beiden Städten, den Grafschaften
Saarbrücken, Ottweiler und Saarwerden, doch finden
wir einzelne auch aus entlegeneren Gegenden, wie Birkenfeld,
der Pfalz, Mannheim, sogar aus Dessau und Stendal.
Der Fürst ließ sich die Förderung der Anstalt sehr angelegen
sein. Er stiftete zwei Stipendien von je 1000 Reichstalern für