Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Durch der erzürnten Nachbarn Flammen
Ward Saarbrück endlich gar verbrannt.
Da schlug der Jammer ganz zusammen,
Vergiß es nicht, o Vaterland!
Was mußte nicht dein Volk ertragen
Durch jener Fackeln Grausamkeit,
Davon noch Deine Greisen sagen:
Vergiß nicht jenes Herzeleid!
Die Gassen in der Glut, die Stadt
ein Aschenhaufen,
Das arme Volk geplagt, geplündert
und verlaufen,
Der Bürger ohne Haus und Brot,
Das Land verheert. der Landherr tot.

Doch der Blick des Redners wendet sich zu der erfreulichen
 Gegenwart und preist den »Wilhelmsbau« mit folgenden
Worten:

Der große schöne Bau, desgleichen
Saarbrücken nie gesehen hat,
Der Bau, das große Hoffnungszeichen
Für diese und die künft’ge Stadt,
Der Bau, darüber wir uns freuen
Und ihn in tiefster Dankbarkeit
Dem großen Geber wieder weihen
Für unsre und der Enkel Zeit,
Blickt Ludwigs hoher Geist herab
auf unsre Zeiten,
Wie Wilhelm nun regiert, und sieht
er auch von weitem
Fürst Wilhelms neue Schule an, so
denkt er:
Der hat mehr getan.

Dieser deutschen Rede sollte die lateinische Antrittsrede
des neuernannten Prorektors Kiefer folgen; dieser war aber
noch nicht eingetroffen. Der neue Konrektor Westermann (aus
Ottweiler) hielt dann eine französische Ansprache, darauf folgten
nach einem Gesang lateinische und französische Redeübungen
von Schülern. Hierauf wurde ein aus hebräischen, griechischen,
lateinischen und französischen Zeilen zusammengesetztes Sprachengedicht
 »musicirt«, sodann trugen fünf Schüler ein deutsches
poetisches Dank- und Lobgespräch auf Seine hochfürstliche
Durchlaucht vor, endlich folgte Danksagung eines Schülers und
Schlußgesang..
Am 7. November desselben Jahres wurde der neue Prorektor
 Kiefer, wie Belzer ein früherer Schüler des Gymnasiums,
            
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