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um Nachlaß der Zinsen auf 20 Jahre mit der Begründung, daß
Stipendien und Freistellen nur an Beamtensöhne vergeben
würden. Der Fürst lehnte jedoch dies Gesuch ab mit der
Zusage, daß künftig auch Bürgersöhne bei den Stipendien berücksichtigt
werden sollten.
Am 10. Mai 1749 wurde der Grundstein zu dem neuen
Gymnasium gelegt, zu Anfang des Jahres 1751 war der Hauptbau
fast unter Dach; die Kosten beliefen sich damals schon
auf mehr als 11000 Gulden, Das Stift hat über 20000 Gulden
für den Bau aufgewendet. Das an 50 Meter lange Gebäude
bildete den Abschluß der von dem Fürsten neu angelegten
Wilhelmstraße und muß einen sehr stattlichen Anblick geboten
haben. Im Herbst 1752 waren die Seitenflügel vollendet, und
die darin vorgesehenen Wohnungen wurden von dem Rektor
Rupp, dem Prorektor Belzer und dem Konrektor Bartels bezogen;
auch der Kantor Blaufuß erhielt eine Dienstwohnung.‘)
Der erhöhte Mittelbau, welcher die Klassenräume für das Gymnasium
und die deutsche Knabenschule, auch einen großen
Saal enthielt, wurde erst im Jahre 1754 fertiggestellt. Eine
Einweihungsfeierlichkeit fand jedoch zunächst nicht statt. Erst
nachdem Rektor Rupp im Frühjahr 1759 gestorben und Belzer
sein Nachfolger geworden war, wurde am 1. Oktober dieses
Jahres das neue Haus durch einen Redeakt, den ersten seit
12 Jahren, eingeweiht. Nach einer Einleitung durch Musik und
Gesang hielt der Rektor Belzer eine poetische deutsche Rede,
in der er die Verdienste der Fürsten Wilhelm Heinrich pries
und einen Überblick über die Geschichte der Anstalt gab.
Diese Einweihungs- und Gedächtnisrede, welche 25 Strophen
zählt, fand solchen Beifall, daß sie auf hohen Befehl im Druck
erschien. Die Geschichte des Gymnasiums behandelte Belzer
in den folgenden Strophen:
Vor hundert fünf und fünfzig Jahrer
Fing Ludwig hier ein Lehrhaus an.
Darin der Klassen fünfe waren
Und viel geschickte Männer dran,
Zwar gab man vor denselben Zeiten
Im Stift auch ein’gen Unterricht,
Doch wollte das nicht viel bedeuten.
Der Knabe lernte kaum recht seinen
Namen sehreiben.
3 Der Subrektor erhielt Wohnung in einem Stiftshause oder 90
Gulden Mietsentschädigung.