Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Grünstadt besser als in Saarbrücken gestanden hatte, so erhöhte
 der Fürst im Jahre 1747 sein Gehalt von 125 Gulden
auf 275 Gulden, wozu noch 80 Gulden an Wiesen- und Gartennutzung
 und 43 Malter Frucht kamen.
Aus dem Jahre 1745 stammt das älteste der uns erhaltenen
 gedruckten Schulprogramme, (Gedruckt von Johann
Mengert, Saarbrücken.) Es besteht in einer lateinischen Einladung
 des Rektors Rupp zu der Herbstprüfung und dem Redeakt
 am 4, Oktober; beigegeben ist ein Abrilß der ältesten Geschichte
 des Nassauischen Hauses und ein Stammbaum der
Walramischen Linie. Bei dem Redeakt schilderten die Schüler
der ersten Klasse in einem lateinischen Colloquium die Verdienste
 der einzelnen Fürsten dieses Geschlechtes; über den
König Adolf von Nassau fand ein Redeturnier zwischen vier
Schülern derselben Klasse statt, indem Christian Barthels aus
Altweiler in Saarwerden und Emanuel Eckhard aus Stendal die
Absetzung Adolfs als verdient zu erweisen suchten, während
Wilhelm von Bode aus Wiesbaden und Paul Christoph Schulze
aus Ottweiler, der primus omnium, den König verteidigten.
Das alte Schulgebäude am Eingange der Altneugasse, in
dem nun über 170 Jahre unterrichtet wurde, war mittlerweile
baufällig geworden und ein Neubau somit dringendes Erfordernis.
 Fürst Wilhelm Heinrich, dem die Entwickelung der Schule
und zugleich die Verschönerung seiner Residenz sehr am Herzen
lag, veranlaßte das Stift St. Arnual, einen Bauplatz zu erwerben
 und die Ausführung des Baues zu übernehmen; der
Fürst gewährte Zuschüsse aus der Harskirchener und Jugenheimer
 Kirchenschaffnei, sowie aus verkauftem Holländerholz.
Von den Städten verlangte der Fürst zur Ablösung der schuldigen
 Frondienste und Unterhaltungskosten 4000 Gulden, wogegen
 er ihnen das alte Schulgebäude überlassen wollte. Die
Städte sollten fortan. nur für die Mädchenschule zu sorgen
haben. Als das Stadtgericht anstatt eines Beitrages das alte
Schulgebäude anbot, nahm der Fürst dies sehr ungnädig auf
und drohte, er werde auf Kosten der Städte, welche laut uralter
 Verpflichtung das onus fabricae hätten, den Bau aufführen
lassen, wenn sie sich nicht zu einer Zahlung von 3000 Gulden
verstehen würden, Schließlich aber ermäßigte er diese Forderung
 auf 2000 Gulden, nachdem die Städte ihm das alte Schulhaus
 zum Abbruch überlassen hatten, Diese Summe wurde
bei dem Stift aufgenommen; in der Folge baten die Städte
            
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