öc
ordnung sollte veröffentlicht und bei der ersten Schulzusammenkunft
nach jedem Examen sowie bei der jährlichen Schulpredigt
von der Kanzel verlesen werden. Wir werden gewiß
zugeben, daß sie in verständigem Geiste gehalten ist. Bemerkenswert
ist die Einführung besonderer geschichtlicher und
geographischer Lehrstunden.
Rektor Dern legte 1738 sein Amt nieder und wurde
Pfarrer in Malstatt; an seine Stelle rückte der Konrektor Rupp
zum Rektor auf, ohne jedoch, wie man gewünscht hatte, auf
seine Pfarrstelle zu verzichten.') Zum Konrektor wurde Johann
Lorenz Handel aus Usingen berufen, der zuvor Freiprediger
und Mädchenlehrer zu Saarbrücken, auch Pfarrer in Scheidt
gewesen war. Er versah jetzt neben seinem Lehramt die
dritte Pfarrstelle in Saarbrücken und lehrte unter anderm He- '
bräisch und Geschichte.
V. Das Wilhelms-Gymnasıum.
1. Rektor Belzer.
Die Regierung des Fürsten Wilhelm Heinrich (1741—1768)
war, wie für das ganze Land, so auch für das Saarbrücker
Gymnasium epochemachend. Zunächst wurde die Zahl der
Lehrer auf drei verstärkt und eine tüchtige Lehrkraft in Friedrich
Jakob Belzer gewonnen. Dieser war der Sohn des Pfarrers
Belzer in Bischmisheim, hatte die Schulen in Saarbrücken und
Gießen besucht, dann in Gießen mit dem Stipendium Ludovicianum
1724—1729 studiert, war nachher wahrscheinlich Hauslehrer
bei dem Grafen von Leiningen und vor seiner Berufung
nach Saarbrücken 10 Jahre Pfarrer in Sausenheim und
Neuleiningen und Prorektor in Grünstadt (in der Pfalz) gewesen.
1745 wurde Belzer als Prorektor und dritter Pfarrer
nach Saarbrücken berufen und kam hier im November desselben
Jahres an, nachdem sein Landesherr, der Graf von
Leiningen, ihn nur ungern hatte ziehen lassen. Da er sich in
1) Eine poetische Bittschrift von ihm an den Fürsten Wilhelm Heinrich
‚ist in meiner Geschichte der Grafschaft Saarbrücken II 276 abzedruckt.,