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I. Die Stiftsschule zu St. Arnual und die
Lateinschule in Saarbrücken.
Die deutsche Schule ist die Tochter der Kirche. Aller
Unterricht ging im Mittelalter von dieser aus; Klöster und Stifter
waren allein die Stätten der Bildung. Daher war in dem
Augustiner-Chorherrenstift St. Arnual, dem kirchlichen Mittelpunkte
unserer Gegend, auch die älteste Schule, die von einem
der Chorherren geleitet wurde. Im Jahre 1223 wird der scho“
lasticus Konrad, 1269 der rector scolaris Simon und 1276 der
Scholaster Nikolaus von St. Arnual urkundlich erwähnt.!) »Paffen
und Schulere« werden in dem Freiheitsbriefe, welchen Graf
Johann IL im Jahre 1321 der Stadt Saarbrücken und dem Dorf
St. Johann verlieh, dem besonderen Schutze des Grafen vorbehalten.
In dem 1569 aufgestellten Inventar des Stiftes wird
das Schulhaus »an der Pforten« aufgeführt, und in demselben
Jahre, kurz vor der Auflösung des Stiftes, wird der Schulmeister
Maternus von St. Arnual genannt, der zugleich die
Pfarre in St. Johann versah. Dies sind die einzigen Nachrichten,
die uns über die Stiftsschule in St. Arnual erhalten sind.
Die Kirche verfolgte bei ihrem Unterrichte zunächst nur
den Zweck, den nötigen Nachwuchs für den geistlichen Stand
heranzubilden. Da nun die Ausübung der gottesdienstlichen
Handlungen die Kenntnis der lateinischen Kirchensprache und
einige Übung im Singen voraussetzte, so waren außer Lesen
*) Mittelrheinisches Urkundenbuch III S. 171. Mittelrheinische Regesten
IV, S. 84, Molitor, Zweibrücken S. 6.