Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

7

digmata und Regulae sind nicht schlechthin aufzugeben, sondern
vorher zu lesen und zu erklären, damit die Schüler keine Unlust
 bekommen und nichts Falsches lernen. Besonders sind
die Regeln, zumal wenn sie, wie in der eingeführten griechischen
 Grammatik, lateinisch gefaßt sind, vorher wohl zu
explicieren. Daß Repetitio mater studiorum ist, wird in
Erinnerung gebracht, Bei jedem Pensum ist das vorhergehende
 kursorisch zu wiederholen. Bedeutung und Konstruktion
 der Wörter ist genau zu erklären und dadurch der
Konfusion vorzubeugen. Im Lateinischen wurde D. Langs
Grammatik gebraucht. Nach dieser sollte besonders die Lehre
von den Praepositionen, die Latinismi und Germanismi sowie
die entsprechenden versus memoriales eingeübt werden, »Von
Autoren sind in jedem genere die besten auszuwählen und
diese in sucum et sanguinem zu vertieren.« Da manche Stellen
der heidnischen Poeten Ärgernis geben, so ist Hieronymus
Freyers Anthologie der lateinischen Dichter zu benutzen; inhaltreiche
 Sprüche sollen memoriert werden, »damit nicht nur
die copia vocabulorum und Kenntnis des genius linguae gewonnen
 werde, sondern auch data occasione die dicta in der
Grundsprache citiert werden können«, Das so wichtige Studium
der Geschichte und Geographie soll nach Hieronymus Freyers
»Erster Vorbereitung« und »Näherer Einleitung« betrieben
werden. Für die philosophische Disziplin sind einstweilen keine
Subjecta da, Die Sacra sollen mit allem Fleiß und Veneration
getrieben werden; dafür ist besonders der Mittwoch und Samstag
 bestimmt, doch soll jeden Morgen bei dem Gebet ein Stück
aus der heiligen Schrift gelesen und erbaulich ausgelegt werden.
Zu einem lateinischen Compendium Catecheticum zu schreiten,
ehe die Jugend in dieser Sprache wohl versieret ist, und weitläufige
 deutsche Katechismusfragen auswendig lernen zu lassen,
heißt nur das Gedächtnis martern und in spem futurae oblivionis
 lernen, Dagegen sind biblische Sprüche und Psalmen
(in einer guten Auswahl nach vorhergegangener Erläuterung,
damit nichts ohne Verstand hergeplappert werde), fleißig zu
lernen und zu wiederholen, auch bei Anfang und Schluß des
Unterrichts ein nicht zu langer Psalm zu lesen. Die Jugend
soll gewöhnt werden, über alles, was sie nicht versteht, den
Lehrer bescheiden zu fragen. »Denn also wird offenbar, ob sie
nachdenken und woran es ihnen eigentlich fehle, was sonst
der fleißigste docens nicht allemal erraten kann.« Diese Schulä*

            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.