Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Der Anregung, Pfarre und Schule zu trennen, wurde zunächst
 noch nicht Folge gegeben ; doch geschah sonst manches
zur Hebung des Unterrichts. Im Jahre 1731 finden wir einen
besonderen Lehrer der französischen Sprache, namens Desert,
offenbar einen geborenen Franzosen. Am 13. Juli 1736 erließ
die Fürstin von Biebrich aus eine ausführliche Verfügung über
das Schulwesen, welche auch das Gymnasium berührte. In
der lateinischen Schule sollte eine bessere Ordnung eingeführt
werden. Kein Schüler sollte aufgenommen werden, der nicht
fertig deutsch lesen und schreiben könnte, auch mit Katechismus
 und Sprüchen einigermaßen bekannt wäre. Knaben, die
nicht die Absicht hätten, zu studieren, sollten zurückgewiesen
werden, damit nicht Zeit und Mühe vergeblich mit ihnen aufgewendet
 würde. Die Anmeldung sollte bei dem Scholarchen
geschehen und diesem 1 Reichstaler Einschreibgebühr erlegt
werden. Die geeigneten griechischen und lateinischen Autoren
sollten von dem Konsistorium zu Saarbrücken nach Bericht
der Präceptoren ausgewählt und von allen Schülern angeschafft
 werden; ohne herrschaftliche Verordnung sollte darin
keine Änderung geschehen. Im besonderen wurde dann folgende
 Ordnung vorgeschrieben: Die Schulstunden sollten wie
bisher, von 8—10 und von 1—3 Uhr dauern und gewissenhaft
eingehalten werden; Mittwochs sollte wegen der vorhergehenden
 Morgenpredigt der Unterricht bis 11 Uhr dauern. Falls
einer der beiden Präceptoren durch pfarramtliche Pflichten
verhindert wäre, sollten dessen Schüler von seinem Kollegen
mit informiert oder ihnen eine besondere Stunde gegeben
werden. Das Frühjahrsexamen sollte in die Woche nach
Judica fallen und die Ferien bis Misericordias Domini dauern,
Die Schularbeiten sollten möglichst gleichmäßig auf die einzelnen
 Tage verteilt werden. Die Lehrer sollten ihre Wahrnehmungen
 an der Jugend und etwaige Änderungsvorschläge
den Visitatoren vortragen. Es folgen dann didaktische Vorschriften
 zunächst über den Sprachunterricht. »Die Sprachen
sind das organon, das zur wahren Bildung unentbehrlich ist,
und müssen daher mit besonderem Eifer traktiert werden.
Besonders ist es für den Menschen nicht nur eine große
Zierde, im Latein einen rechten habitum zu haben, sondern
diese Kenntnis erleichtert ihm auch seinen ganzen cursum
studiorum.«.. Durch die rechte ‚Methode ist den Schülern die
Aneignung, der Sprachen zu erleichtern. Die Vocabula, Para-
            
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