Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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dem Vaterlande und einem jeden insonderheit zum besten ein
illustre gymnasium hier zu Saarbrücken uffgerichtet, durch das
verderbliche Kriegswesen zwar fast in völligen Abgang gerathen,
 Wir aber Zeit unserer Regierung dahin bedacht, solches
Gymnasium in vorigen florem und Aufnehmen zu bringen,')
wenn nur, wie uns unterth. referirt, die Eltern nicht hierin
sowohl in der Hauszucht fahrlässig, als auch die Kinder von
der Schulen aus nichtigen Ursachen zu halten, hinderlich
wären. Solchem Unheil aber vorzukommen, ist unser landesväterlicher
 befehlender Will u. Meinung, daß alle Eltern, sobald
 ihre Kinder, es seien Söhne oder Töchter, 5’ Jahre erreicht,
 zur Schule schicken u. aus derselbigen nicht nach ihrem
Gefallen wieder herausnehmen, sondern die praeceptores als
Eltern so wohl uns s&lbsten als in unsrer Abwesenheit bei
unsrer Kanzlei als auch dem Amt ehrerst anzeigen sollen, es
hätten denn die Söhne das 13., die Töchter aber das zehnte
Jahr erreicht; und wenn unter solchen Söhnen solche ingenia
sich finden, welche zur lateinischen Sprach u. die artes liberales
zu erlernen nach der Visitatoren u. Präceptoren iudicio tüchtig,
sollen sie zur selbigen Schule gewiesen werden und nicht
nach ihrem eigenen Gefallen herausgenommen werden, damit
die heranwachsende Jugend nicht mutwillig versäumt, wie denn
nächsteinstehenden Michaelis der Anfang also soll gemacht
werden u. alle Kinder obgesagten Alters zur Schule sollen geschickt
 werden und solches Alles bei 30 Thlr. Frevel ohnnachlässig
 zu zahlen. Und damit sich keiner mit der vorgewandten
ganz nichtigen exception, daß er das verordnete Schulgeld
und zur Winterszeit das Holz nicht aufzubringen vermöge, behelfe,
 haben wir auch hierin gewisse Maß und Ziel, das nicht
allzuschwer fallen würde, bereits denen Vorstehern der Städte,
solches denen übrigen Mitbürgern zu hinterbringen und gewisse
Verordnung .zu thun, befehlen lassen.«
So schrieb der Graf am 14. September 1673, doch nur
zu bald wurden seine trefflichen Absichten durch die Kriegsereignisse
 durchkreuzt. Im Dezember desselben Jahres erschien
r 1) Der Graf hatte schon 1661 versucht, den Abt des Klosters Wadgassen
 zur Zahlung seines Beitrags zu bewegen (S. 29), doch vergebens,
Bald nachher sah er sich genötigt, von dem Abt 3000 Gulden zu entleihen
 und entband denselben gegen Verzicht auf diese Schuld von der
Verpflichtung, an das Gymnasium 100 Gulden Jährlich zu bezahlen; diese
Summe wurde nun von der gräflichen Rentmeisterei an das Stift als die
zur Unterhaltung der Schule verpflichtete Anstalt bezahlt.
            
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