Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

BA —

bösen Zeiten zugeben wollen, nach Vermögen instruirt. Welchem
nachgehend der hochgelehrte Hr. M. Joh. Schlosser, Inspector,
nunmehr seliger, (} 1656) unter die Arme gegriffen und sich
dieser großen Mühe der Information mit unternommen. Wie
man aber in a. 1651 gesehen, daß diesen zween Männern beneben
 ihrem Predigtamt die labores zu schwer fallen würden,
sind die andern pastores mit zu collaboriren ersucht und gebeten
 worden, welche auch gesamter Hand die Information
herrlich verrichtet, ihnen aber Herr Wolfgang Matern (teutscher
Schulmeister 1651— 1668, später Hospitalpfleger, +} 1680) adjungirt.
Nachdem aber ehrnbesagte Herren pastores gesamter Hand sich
beschwert und daß zu continuiren unmöglich fallen würde, ist
Herr M. Philippus Jacob Reichardi ins Mittel kommen a. 1654
im Augusto, welchem man neben Herrn Materno die Schul anvertrauet.
 Ihrer beider Besoldung halben aber man nicht wenig,
woher solche zu nehmen, weil die Renten der Kirchen und des
Stifts S. Arnual durch die vorhergegangenen böse Zeiten ungiebig
 geworden, angestanden. Man hat sich resolvirt, um etwas
von Beihülf an Früchten zu bekommen, ehrngedachten H. Reichardi
 zu ordiniren und ihm die Pfarrei Eiweiler, Knorschied,
Zedingen und Wilhelmsbronn neben der Schulen anbefohlen,
welches er auch bis in a. 1656 mit großer Mühe und höchster
Armut versehen. Als man aber verspürt, weil obgedachte Oerter,
die ihm anvertraut, alle 3 Meilen Weges von hier entlegen, er
sonderbaren Nutzen in der Schule, weil er in der Wochen bisweilen
 3 Tage abwesend sein müssen, nicht schaffen können,
ist er licentiirt, die Pfarren aber gelassen und Hr. Joh. Gerhard
Heintz, ein Bürgerssohn, beschrieben worden, welcher Vocation
er auch gefolget und neben Hr. Matern bis in a, 1658 um
Ostern versehen und beide aus der Hospitalrechnung bis
dahin besoldet worden. Nachdem nun ihm Hrn. Heintzen
Vocation zu einer Pfarr in der Herrschaft Kirchheim zukommt,
resignirt er, und ist die Schul abermal unbestellt, und weil um
eben diese Zeit der hochgebornen uns. Gn. Herrschaft Sekretarius
 Herr Corvinus nach Frankfurt verschickt wird, bewirbt
ex sich ein qualificirt Subjectum zuwegen zu bringen, welches
dann auch gelungen, daß H. M. Christoph Petschke auf eine
von unserer Gn. Herrschaft selbst gegebne Assecuration bis
anhero - gefolget; mittler Zeit aber und ehe dieser Herr ankommen,
 erfährt ein feiner gelehrter Mann, Hr. Christianus
Ametor, welcher des von Stein - Callenfels zu Dimeringen
            
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