Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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 der Teuerung gesellten sich ansteckende Krankheiten, doch
das Schulleben ging seinen geregelten Gang weiter bis zum
Sommer des Jahres 1626, wo die Pest mit solcher Heftigkeit
auftrat, daß der Hof nach Neunkirchen zog und der Rektor
mit seiner Familie nach St. Arnual flüchtete. Hier verweilte
er noch im November; in dieser Zeit war also die Schule geschlossen.

Das folgende Jahr (1627) fehlt in dem Kalender; wir
würden sonst den Tod des Gründers und Wohltäters der Schule,
des Grafen Ludwig, vermerkt finden. In dieses Jahr fiel
der große Plünderungszug der Kratzischen Kriegsvölker, die
furchtbare Verheerungen anrichteten. Rektor Schröder eröffnete
das folgende Jahr mit dem Schmerzensschrei: »a. 1628, de quo
haec — proh dolor — verissime:
FaMe, peste, DVrIsqVe beLLIs totVs VastatVr orbls.«
Eine Unterbrechung der Schule wird in dieser Zeit nicht
vermerkt, doch scheinen eine Zeitlang die öffentlichen Schulfeiern
 ausgefallen zu sein; wenigstens heißt es zum 14. Oktober
1631: »Actus privatus in classe institutus.«
Den Siegeszug Gustav Adolfs begrüßte Rektor Schröder
im Jahre 1632 mit dem Chronostichon:
sVppressI VnIVs IoVae gratla sVstentatl,
das übrigens, ebenso wie die vorhergehenden, keine besondere
 Anlage zum Versemachen verrät. Am 15. März 1632
fand wieder eine öffentliche Schulprüfung statt und am 9. April
ein feierlicher Schulakt, dem außer dem Oberamtmann von Piesport
 auch der Abt von Wadgassen beiwohnte.
In den folgenden Jahren werden die Eintragungen immer
spärlicher, Infolge der Kriegsereignisse verminderten sich die
Einkünfte des Stiftes immer mehr. Die Gehälter der Lehrer
wurden nur zum kleinen Teile ausbezahlt und schließlich ganz
zurückgehalten. Im Juli 1635 flüchtete Graf Wilhelm Ludwig
vor den Kaiserlichen nach Metz, die im September Saarbrücken
einnahmen. Es war die Zeit der schweren Not.
Am 6. September 1635 wurde der Konrektor M. Ulner
begraben, und am 3. Oktober starb der Rektor selbst, wahrscheinlich
 an der damals wütenden Pest. Auch die anderen
Lehrer, Mosch und Metz, starben damals an dieser Seuche,
und es blieb nur der Magister Johann Philippi übrig, der im
Jahre 1630 an der Schule angestellt worden war. Es ist uns
ein Brief von ihm erhalten, in dem er dem Grafen Wilhelm
            
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