Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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zu; niemals vergißt der Herr Rektor selbst bei seinen Schwägern
 das Wörtchen »Herr« vorzusetzen. Auch mit seinen
Amtsgenossen verkehrte Rektor Schröder freundschaftlich: »den
17. May« verzeichnet er im Jahre 1622, »hab ich die Gevattern
als Gäste gehabt. Dabei auch M.‘Sax, M. Ulner, M. Mosch
und Friedrich Kilburger, Schwager Schaffner von Arnual, gewesen.
 «

‚ Dieses behagliche Stilleben wurde durch den dreißig-Jährigen
 Krieg jJäh unterbrochen, Das Jahr 1622 eröffnete
Schröder mit dem Chronostichon:
HorreMVs DVras pVgnaCesqVe HlspanlI cetras,
(Wir fürchten die hartherzigen und kampflustigen spanischen
Scharen)
und am 25. Juli schrieb er ein: »Ist das spanisch Kriegsvolk
in die benachbarte Dörfer ankommen, Gott woll uns vor allem
Übel gnädig behüten. Amen.« Es waren die Scharen des
spanischen Feldherrn Don Hernandez de Cordova und des
kaiserlichen Feldhauptmanns Freiherrn von Anholt, die den
Grafen von Mansfeld auf seinem Rückzuge aus der Pfalz nach
Lothringen verfolgten. Die Städte blieben zwar von den ungebetenen
 Gästen verschont, aber, da auf dem Lande alles
von den Soldaten aufgezehrt wurde, so entstand große Teuerung.
 »Am 9. October«, schreibt Schröder, »hat Herr Schwager
Paulus Ruperti, Pfarrer zu Weyer, (in der Grafschaft Saarwerden)
 mit mir wegen seines Sohnes Johann Ruperti kontrahiert,
 wöchentlich vor den Tisch 8 Batzen (einen halben
Gulden) zu geben nebst zwei Faß Erbsen, Weil er auch
die große und unerhörte Teuerung (Gott erbarme es) selbst
bei uns gesehen, hat er eine Verehrung an Weizen vor die
Kinder versprochen.« Unter diesen Umständen verzeichnet
der Rektor mit Genugtuung alle besonderen Einnahmen:
»Mart, 28. Scholae valedixit Frid. Wolfram exhibito mihi
honorario 2 florenorum. — 12. Sept. pro inscriptione septem
puerorum Neustad. accepi 4 thal. imperiales, Honorarium rarissimum«,
 Übel dagegen wird es vermerkt, wenn ein abgehender
Schüler kein Abschiedshonorar hinterläßt. Dann heißt es: ‚ingratus
 discessit. Eine besondere Freude war es, wenn Ihre
gräflichen Gnaden vor Weihnachten dem Rektor einen Frischling
 in die Küche sandten, wofür der Bote das ansehnliche
Trinkgeld von 6 Albus erhielt; auch wird wohl angemerkt, wenn
der Scholarch die Ehre hatte, bei Hof oder »in arce« zu speisen.
            
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