Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Wir vermissen in diesem Lehrplan vor allem die Schriftsteller
 und Dichter, deren Werke einen höheren sittlichen, geschichtlichen
 oder künstlerischen Wert haben, Homer, Sophocles
und Plato, Horaz und Tacitus, ferner fehlt Deutsch, Französisch,
Geschichte und Geographie, Doch der griechische Unterricht
diente nur den Zwecken der Kirche, im Lateinischen erstrebte
man in erster Linie Fertigkeit im mündlichen und schriftlichen
Gebrauch der Sprache, die Kenntnis des Französischen erschien
überflüssig, da man mit Latein fast überall auskam, und für
die Sprache des deutschen Volkes hatte man ebenso wenig
Interesse wie für seine Geschichte.

IV. Der dreissigjährige Krieg und der
Verfall der Schule.

Rektor Schröder hat die wichtigsten Tagesereignisse von
1622 bis zu seinem Tode im Jahre 1635 in seinem Kalender
aufgezeichnet, der uns im Auszug durch Belzer erhalten ist.
Auf der ersten Seite verzeichnete er die Geburtstage und die
Paten seiner Kinder, und wir sehen daraus, daß er in glücklichen
 und angesehenen Verhältnissen lebte. Als seine Schwäher
bezeichnet er Matthias Kilburger, Rheingräflichen Amtmann zu
Finstingen, den Schultheißen Bernhard Wölflin in Saarbrücken
und den Rheingräflichen Sekretarius zu Kirn, Georg Albert
Diether. Außer diesen erscheinen als Paten seiner Kinder der
Rat Dr. Philipp Clemens, der Rentmeister Nicolaus Scherer,
der Oberamtmann Philipp von Piesport und der Registrator
Johann Andreae, Als »Goden« werden verzeichnet: Anna
Maria Weberin, Dr. Philipp Webers (medici) Hausfraun, Dr.
Werners Hausfrau, Maria Scheferin, des Kammerschreibers
Hausfrau, deren Tochter Magdalene Scheferin, M. Cellarii
Hausfrau, W. Götzenli, Pfarrers zu St. Arnual Hausfrau, Hofmeister
 von Liebensteins Frau und zugleich mit dieser Balthasar
Loosen, des Barbiers, Frau. Wir glauben in ein recht behagliches
 kleinstädtisches Haus zu blicken, in dem die Vertreter
 aller Stände verkehren. Etwas förmlich geht es dabei
            
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