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Verkehrs war; auch die Lehrbücher waren lateinisch abgefaßt,
und der sprachliche und philosophische Unterricht wurde ebenfalls
in dieser Sprache gehalten. Von lateinischen Schriftstellern
wurden nur Virgil und Cicero gelesen; von Virgil wurde in einem
Jahre nicht einmal das erste Buch bewältigt, von Cicero nur
zwei kleinere Reden (pro Ligario und pro Marcello). Virgil und
Cicero wurden in grammatischer, logischer und rhetorischer
Hinsicht genau erklärt und zergliedert. Dazu kamen einige
Briefe Ciceros, die nachgeahmt werden mußten, und die Adelphi
des Terenz, an denen die lateinische Umgangssprache erlernt
werden sollte. Demselben Zwecke dienten die lateinischen
Gespräche des Pontanus. Von dem Pontanus und der einen
Grammatikstunde waren die Oberprimaner befreit.
Im Griechischen las man nur die Evangelien und Isokrates
Rede an Nicocles über die Kunst zu regieren, Es wurde
wöchentlich ein Exercitium aus dem Deutschen ins Lateinische
angefertigt, außerdem wurden Übersetzungen aus dem Lateinischen
ins Griechische aufgegeben, metrische Übungen, Deklamationen
und Disputationen veranstaltet.
In Secunda wurden 10 Stunden Latein gehalten, außerdem
eine Stunde lateinische Poetik, in der auch Ovids Tristien
gelesen wurden, 4 Stunden Griechisch, 2 Logik, 2 Rhetorik,
2 Religion, 2 Mathematik und 2 Musik oder Gesang. Im Lateinischen
und Griechischen waren Secunda und Prima vereinigt,
in manchen Stunden kam auch noch die Tertia hinzu, wie
dies auch in der Arithmetik der Fall war; in der übrigen
Mathematik wurden die beiden oberen Klassen zusammen
unterrichtet. In der Rhetorik und der Religion vereinigten der
Rektor und der Konrektor abwechselnd die zwei oberen Klassen.
Durch diese Vereinigung verschiedener Altersstufen mußte
der Unterricht natürlich sehr gehemmt werden.
Als Lehrbücher wurden in den unteren und mittleren
Klassen der lateinische Thesaurus von Bentius, die Gespräche
des Corderius und des Pontanus, in der oberen im Lateinischen
die Gießener Grammatik, im Griechischen die Grammatik des
Golius und die Syntax des Posselius benutzt, in der Religion
die Institutio catechetica von Dietrich, in der Logik das Handbuch
desselben Verfassers, ferner die Ethik des Golius, die
Rhetorik von Talaeus, die Physik des Magirus und die Arithmetik
von Buscher.