Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

43 —

praesens sit necne, id sufficere. Auch über die Anzahl der
Stunden, die der Rektor zu halten habe, und über das Maß
der Exercitia, declamationes und disputationes kam es zwischen
ihm und den Visitatoren zur Aussprache. Die letzteren wiesen
auf andere Schulen hin, wo mehr Stunden gegeben würden;
der Rektor dagegen erklärte, er wolle lieber vier Stunden
geben wie andere Kollegen, als drei Stunden zu seinen Amtsgeschäften.
 Auch die Kollegen beschwerten sich über die gesteigerte
 Arbeitslast. Über Versäumnisse von Stunden finden
wir in den letzten drei Jahren keine Klagen mehr; wir dürfen
deshalb annehmen, daß es damit besser geworden war und
daß die Leistungen auf der Höhe der Zeit standen. Bei den
Prüfungen finden wir günstige Urteile wie »satisfecerunt« oder
»satis feliciter stetere.« In dem 1620 erlassenen Stiftungsbriefe
wurden alle »Nebenhändel« den Lehrern untersagt und dadurch
ein triftiger Grund zur Klage abgestellt.
Die Schule wird die illustris Saraepontana genannt, und
die Promotionsakte wurden mit gelehrtem Gepränge abgehalten.
 So geschah es z. B. im Frühjahr 1615, wo Dr. Werner
eintrug: »Actus sollemnis promotionis classicae habitus est die
Martis post Quasimodogeniti a 1615, qui erat 18, April, praefante
 totumque actum ac promotionem dirigente Domino M.
Philippo Schrödero Rectore, perorantibus Marcello Sutore et
Philippo Nicolai, superioribus et stipendiarlis Generosissimi
nostri, de illa quaestione: an in republica christiana admittendi
sint de capitibus christianae religionis disputationes; gratias
agente et insimul valedicente Johanne Pirmanno Ommersheimensi,
 qui postridie Argentoratum studiorum causa abilt.«
Bei der Einweihung der Schloßkapelle im Jahre 1615
rühmte der Superintendent Keller das Gymnasium mit folgenden
 Worten: »Anstatt eines Praeceptoris haben wir nunmehr
in der Schulen sechs, und können unsere Kinder von denselbigen
 soweit gebracht werden, daß, wenn sie ihren cursum
studiorum feliciter dieses Orts absolvieret und hernach irgend
ein paar Jahre auf den Universitäten und Akademiis gebührenden
 Fleiß anwenden, sie alsdann zu Kirchen-, politischen und
Schuldiensten wiederumb können gebraucht werden.« Bei
dieser Gelegenheit verfaßten der Rat Bartholomäus Werner,
der Diakonus Landsiedel, die studiosi artium et linguarum
Marcellus Sutor (Schuhmacher) aus Saarbrücken und Philipp
Nicolai aus Saarwellingen sowie die Primaner Heinrich Molitor
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.