verstehen gegeben expressis verbis: praeceptores die haben
gute Sachen, thun was sie wollen,
9. Julii. Moschius plane abfuit, und als Herr Georg (Pfarrer
Keller, der andere Visitator) zu ihm geschickt, vorgeben, der
schneider hab sein Wambs.
7. Jan. 1613. hora matut. M. Moschius tardius ad scholam
venit, visus a me für der Marktpforten ob vaccas per noctes
duas extra portam relictas.
d. 5. Mart. Freitags hora 3. Ulnerus et M. Saxo in Ulneri
Losament gezecht discipulis domum redire iussis.
12. Mart. die Gregorii, item 13, Mart. praeceptores veniam
discipulis concesserunt pridie examinis, Quaesivi, an ipsis hoc
liceat. Corrigendus mos malus. Nimia praeceptorum licentia
nisi restringatur aliquo modo, non posse me huic muneri amplius
vacare (intellego). Mulctae horarum neglectarum.
17. Mart. a meridie M. Saxo debuit discipulorum exhibere
exercitia: quod factum non est, sed ipse sine praescientia visitatorum
ad St. Arnualem pransum ivit. — den 20. Julii M. Ulnerus
nach Ottweiler gereiset, begehrt anderthalb Tag Zeit, wolt sich
Mitwoch wieder einstellen, ist die gantze Woch ausblieben bis
Samstag.« — Es fehlte nicht an eindringlichen Ermahnungen und
Androhung von Strafen der Visitatoren, doch blieben sie, wie €s
scheint, ohne rechten Erfolg, da die meisten Lehrernicht das lebendige
Pflichtgefühl und das Bewußtsein einer vollen Lebensaufgabe
hatten; ja sie gaben ihrer Mißstimmung über die strenge Aufsicht
wohl Ausdruck, wie folgende Eintragung Werners zeigt:
»4. Maii 1612: D. Hoffmann, Pastor Wisweilerensis pransus cum
collegis scholae nostrae mihi subebrius innuit, quod collegae
conquesti sint, quasi non tractentur ut homines liberales, sed
serviles.« Nur zu oft hatten die Lehrer auch ein anderes Amt,
das sie abzog. So war der deutsche Lehrer Sirk zugleich
Anwalt am Stadtgericht, M. Mosch Vorsänger in der Kirche
und bei Leichenbegängnissen, wobei auch studiosi, d. h. Schüler
des Gymnasiums, als Sänger mitwirkten,‘) dazu war er gräflicher
Kapellmeister, M. Saxo war Prokurator am Hofgericht
und später Stiftsschaffner; auch war er eine Zeitlang Hofmeister
bei Hochzeiten, gab dieses Amt aber schließlich auf Werners
Vorstellung auf. Johann Federlinus war zugleich Pfarrer in
0) Für die Begleitung bei Leichenbegängnissen erhielt er Jährlich
10 Gulden Saarbrücker Währung, die 1624 halb in schlechter und halb in
verbesserter Währung bezahlt wurden.