Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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ein Schüler, der im Herbst 1609 nach IV versetzt wurde, Ostern
1615 noch Sekundaner war. Im Herbst 1609 wurden versetzt:
von II nar’ — Schüler
IH
IM

VII

Sa, 25 Schüler.

Die Visitatoren wohnten den Prüfungen bei und fanden
wohl mancherlei zu rügen, doch kam es auch vor, daß sie
besonders zufrieden waren und den Praeceptoribus 4 Gulden
verehren heßen, die dann auf dem Rathaus verzehrt wurden.
Eine Art Schulfest war der Bretzeltag (St. Gregor, 12. März);
dann brachten die Schüler dem Lehrer eine große Bretzel,
wohl auch eine Flasche Wein, mit; nachmittags versammelten
sich die Lehrer mit den Honoratioren zum Vespertrunk und
Schmaus, wo dann die Zeche verteilt wurde, doch mit angemessener
 Schonung der schulmeisterlichen Geldbeutel.
Der Unterricht begann im Sommer um 6 Uhr und dauerte
bis 8 Uhr, im Winter von 7 bis 9 Uhr; nachmittags wurde von
12!) bis 2 und von 3 bis 4 Uhr unterrichtet. Mittwoch und
Samstag nachmittags war frei. Die Schüler waren also nicht
stark beschäftigt, wenngleich sie viele Exercitia anzufertigen
und besonders Phraseologie zu lernen hatten. Die Visitatoren
suchten Vermehrung der Stunden am Mittwoch und Samstag
auf drei durchzuführen und für die Jüngeren Schüler Privatoder
 Arbeitsstunden einzurichten, fanden jedoch bei dem Rektor
und den Kollegen Widerstand gegen diese Neuerung. Zudem
erlitt der Unterricht oft Unterbrechungen und Störungen, An
Jahrmärkten, am Dreikönigstag, auf Fastnacht, am Bretzeltag,
am Aposteltag (15. Juli), am Schützenfest gab man den Wünschen
der Jugend nach und ließ die Schule ausfallen. Der Schulvisitator
 Dr. Werner setzte durch, daß an Jahrmärkten wenigstens
vormittags Schule gehalten wurde und die andern Feiertage
ausfielen; am Aposteltag sollte wenigstens nachmittags Schule
gehalten werden. Besondere Störung verursachte die Unpünktlichkeit
 der Lehrer. Das Tagebuch des Dr. Werner, der mit

1) Das Mittagessen wurde damals um 11 Uhr eingenommen.
            
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