Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Samstags von 1 bis 4 Uhr, gestattet sein, und zwar im Sommer
unter Aufsicht des Rektors oder eines Lehrers. Karten- und
Würfelspiel ist zu meiden, auch Fischfangen und Vogelstellen.
Schlagball dagegen und ähnliche Belustigungen sind gestattet.
Die Schüler sollen bei schwerer Strafe nicht um Geld oder
Geldeswert spielen.
Die lateinische Sprache sollen sie fleißig im persönlichen
und öffentlichen Verkehr üben. Der Gebrauch der Muttersprache
 zieht eine Rüge nach sich und wird mit zwei Schlägen
bestraft.!) Falls die Schüler im Schulverkehr für irgend einen
Begriff den lateinischen Ausdruck nicht wissen, so sollen sie
um die Erlaubnis bitten, sich der Muttersprache zu bedienen,
Unsauberkeit im Anzug, schlechte Sitten und Mutwille
soll gebührend gerügt werden. An jedem Schultag um 9 Uhr
soll der Anzug der Schüler geprüft, auch nach den Fehlenden
gefragt werden. Nur Krankheit, notwendige Reisen und Befehl
der Eltern oder Vorgesetzten gelten als Entschuldigung für
Versäumnis. Kurz vor der festgesetzten Stunde sollen alle
Schüler zur Schule eilen und dort ruhig die Ankunft des
Lehrers erwarten. Wer zu spät kommt, soll zwei Schläge erhalten,
 auch nach Befund strenger bestraft werden, falls er
keine Entschuldigung hat. Jede Klasse soll in Octurien (Abteilungen
 von je acht Schülern) eingeteilt werden und an deren
Spitze ein Schüler als Aufseher stehen. Auch den Lehrern
wird Pünktlichkeit eingeschärft.
Die weiteren Bestimmungen beziehen sich auf den Betrieb
des Unterrichts. Alle Studien und die meisten Schreibübungen
sollen die Frömmigkeit und das sittliche Leben fördern helfen;
die älteren Schüler sollen lernen, falsche Glaubenslehren von
den wahren zu unterscheiden. Eine zu große Zahl von Lehrern
in den einzelnen Klassen wird als nicht günstig für die Entwickelung
 der Geisteskräfte bezeichnet. Sodann wird vom
Vortrag, von den Hauptarten der Geistesbildung, von der
Einfachheit und Klarheit der Sprache gehandelt.
Den Schluß machen Bestimmungen über die Wettkämpfe
und Belohnungen der tüchtigsten Schüler, über Schulaufsicht
und Prüfunven.

N Man wollte damals besonders nach Sturms Vorgang das Latein
yeradezu an die Stelle der Muttersprache setzen, um auf diese Weise die
Beredsamkeit der Alten zu erreichen, Vergl. Raumer, (jesch. der Pädagogik
 I 268.
            
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