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Domi: Quod hodierna luce disci potest, in crastinum ne
differunto. Neve eruditos se existimanto, antequam sint, neve
plus quam sint. Tempore nihil pretiosius; proinde ne qua pars
illius sine fructu effluat, providento. — Diem in certas horas
partiuntor, et quid quaque hora faciendum sit, certum ac
definitum habento. — Antelucana opificum industria vinci se
ne patiuntor et illius dicti itidem recordantor: Aurora Musis
amica. Longioribus implicatioribusque studiis honestam ac
liberalem recreationem intermiscento. — A mensa ad libros
post intervallum redeunto; nocturno studio temperanto, valetudinem
ne offendunto. — Praeter labores a magistro imperatos
alios sibi imperanto. — Multa et multum scribunto, chartis et
atramento ne parcunto. — Quos libros ecclesia catholica impietatis
levitatisque damnaverit aut magister improbarit, eorum
lectionem ceu pestilentiam fugiunto: ista enim occidit corpus
at illi anımos. —
Die äußere Ordnung des Gymnasiums war durch Schulgesetze
geregelt, die in lateinischer Sprache abgefaßt waren.
Die 30 leges, die uns nur lückenhaft überliefert sind, haben
im wesentlichen folgenden Inhalt:
Mit Gebet soll der Schultag begonnen und beschlossen
werden; den Mißbrauch des göttlichen Namens, der Wunden und
des Todes Christi sollen die Lehrer streng bestrafen. Das Wort
Gottes sollen die Schüler andächtig anhören. In die Kirche
sollen sie zu zwei und zweien geführt werden; sie sollen
nach Maßgabe ihres Lebensalters die Predigt aufschreiben und
von den Lehrern über dieselbe befragt werden. Gähnen in
der Kirche wird mit Auswendiglernen von Bibelstellen oder
mit der Rute bestraft,
Die Schüler sollten durch Entblößung des Hauptes alle
städtische Obrigkeit und alle anständigen Menschen grüßen.
Aller unpassenden Gespräche, Handlungen, Malereien, besonders
des Zankes und Streites sollen sie sich sowohl auf den
Schulbänken wie außerhalb enthalten, auch das Herumtreiben
auf den Straßen vermeiden. Die Übertreter werden durch
Auswendiglernen eines Gedichtes oder durch körperliche Züchtigung
je nach dem Alter bestraft. Haltung und Kleidung der
Schüler soll angemessen und anständig sein.
Das Baden im Flusse darf nur unter Aufsicht eines Lehrers
geschehen; zum Eislaufen ist besondere Erlaubnis erforderlich,
Spiel und Erholung soll zweimal wöchentlich, Mittwochs und