Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Am 10. Dezember 1620 verlieh Graf Ludwig der neuen
Schule folgenden Stiftungsbrief : !)

»Wir Ludwig Grave zu Naßauw, zu Sarbrücken und zu
Saarwerden, Herr zu Lahr, Wispaden und Itzstein usw. thun
kund hiemit und zu wissen männiglich, für uns und alle unsere
Erben, Erbnehmer und Nachkömlinge: Nachdem wir in verwichenen
 Jahren, uff tödtliches Ableiben weiland des wohlgebornen
 unsers freundlich geliebten Vettern, Grave Philipsen
zu Nassau Sarbrücken usw. liehden Christmilder Gedächtnuß,
aus christlichem wohlgemeinten Eifer und landvätterlicher Vorsorge
 in unser Stadt Sarbrücken eine Schule anrichten und
mit etlichen gelehrten und dqualificirten Männern bestellen
lassen, bishero auch im Werk verspüret, daß der Allmächtige
sein gnädiges Gedeyen dazu verliehen, und dann wir jeder
Zeit dahin bedacht gewesen, wie solches wol angefangene
Schulwesen uff die liebe posterität beständig und fruchtbar
möchte fortgesetzt werden: als haben wir Gott dem allmächtigen
zu Lob, Preis und Ehren, zu Erweiterung und Fortpflanzung
seiner christlichen Kirche und der alleinseligmachenden Göttlichen
 Wahrheit, wie auch guter löblicher nützlicher Künste
und Sprachen, sodann dem gemeinen Vaterland und insonderheit
 unsern lieben getreuen Unterthanen, Untersassen und Angehörigen
 zu gutem uns dahin entschlossen, solche unsere
Verordnung in eine immer und ewig währende Fundation und
Stiftung zu bringen, inmaßen wir es denn zu solchem Zweck
und Ende in Kraft dieses wohlbedächtlich wollen gerichtet und
bestellt haben, also und dergestalt, daß hinfüro zu allen Zeiten
in dieser unser Statt Sarbrücken ein wol bestellt Gymnasium
und Landschul gehalten werden und deren praeceptores an
der Zahl, den teutschen Schulmeister ohn eingerechnet wie
bis dahero, allweg fünf Gottsfürchtige exemplarische und in
guten Künsten und Sprachen erfahrene Männer, die der reinen
ungeänderten Augspurgischen Confession auffrichtig zugethan
 und allein auf die Schul und sonsten kein andere Nebenhändel
 bestellt seven oder deren sich annehmen sollen. meisten-')

 Andreae, Genealogia, p. 264: »a. 1604 haben Ihro Gnaden die
Schul zu Sarbrücken besser bestellt und ein Gymnasium ufgerichtet,
Und über solche Fundation haben Ihre Gnaden hernach a, 1620 v. 10.
December unter dero Hand und Siegel brieflichen Schein erteilet,« Der
Stiftungsbrief ist in einer beglaubigten Abschrift des Stadtschreibers Joh.
Jakob Zillisius aus dem Jahre 1632 überliefert.
            
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