In welchem wir jetzt, Gott sei Dank, sein, und sollen solches
billig mit Lob und Dank thun, dieweil ein solches Werk, so
lange Sarprücken gestanden, nicht geschehn und davon man
bei unsern Kindeskindern zu sagen und zu rühmen haben
wird.«
‚Wann man einen Dechant zu St. Arnual machte oder
einsetzte, da war jedermann fröhlich und suchte großen Pomp
und Herrlichkeit. Was war es aber? Da der Dechant angenommen
war, da that er wöchentlich ein Meß, dazu hielt er
seine Thumherrn. Was that man weiter? Die übrige Zeit
brachte man zu mit Spielen und Jagen. Welchem Menschen
ward damit gedient oder geholfen? Jetzo werden Personen angenommen
nicht zum Müßiggang oder Spazierengehen, sondern
zu steter Sorg und Arbeit, uns und unsern Kindern zu dienen.«
Im Weiteren forderte der Superintendent die Bürgerschaft
auf, die Schule und ihre Lehrer in Ehren zu halten und die
Schüler im Gehorsam gegen die Schulgesetze zu befestigen.
Zum Schlusse dankte er, wie der alte Simeon, dem allmächtigen
Gott, daß er ihn solches noch habe erleben und mit Augen
sehen lassen, und rief Segenswünsche über die Schule und das
herrschaftliche Haus.
Nach der Sitte der Zeit fehlte. es auch nicht an poetischen
Glückwünschen in lateinischer Sprache und antikem Versmaß,.
In denselben wird das Lob des Grafen, der Schule, der Stadt
und der Scholarchen Dr. Werner und M. Georg Keller gesungen.
Eine Ode nach horazischem Vorbild hatte der Pfarrer
von Malstatt, Peter Wirth gedichtet; sechs Epigramme waren
ex Horto poetico Johannis Hoffmanni Husani, der von Neunkirchen
aus, wo er jetzt wohlbestellter Pfarrherr war, der Schule,
an der er einst selbst gewirkt hatte, dichterische Grüße sandte,
darunter den folgenden ad Saram fluvium Westriacum:
Arx ingens, in pace decus, munimen in armis
conditur ad pontem, Westrica Sara, tuum.
Amplior efficitur multis schola classibus, aedes
ataıue suburbanas gratia pulcra novat.
Alle diese Kundgebungen beweisen, welche Bedeutung
man der neuen Schule beilegte und welche Erwartungen man
von ihr hezte.