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nasien; sie zerfielen gewöhnlich in fünf Klassen und bereiteten
die Schüler für die Universität vor. Die Errichtung einer solchen
Schule entsprach also dem Interesse der gräflichen Beamten,
der Städte und des Landes.
Die Hauptförderer dieses Planes scheinen die beiden Schulvisitatoren,
der Rat Dr. Werner und der Pfarrer Keller, gewesen
zu sein. Von dem ersteren wissen wir, daß er 1592—1598 auf
der Universität zu Herborn studiert hatte; er war, wie aus allen
seinen Äußerungen hervorgeht, ein eifriger Förderer des Schulwesens
und ein besonderer Freund der humanistischen Bildung,
Er war es wohl besonders, der den Grafen auf die Notwendigkeit
des Ausbaues der Schule aufmerksam machte. Über die
Art der Ausführung lasse ich den andern Schulvisitator, Pfarrer
Keller, reden. »Es haben Ihro Gnaden alsbald der Schulen
sich väterlich angenommen und ihren Räten und Dienern, geistlichen
und weltlichen, befohlen, auf Mittel und Wege zu denken,
wie eine feine Particular-Schule allhie zu Saarbrücken möchte
angerichtet werden. Und demnach deroselben fürgeschlagen
worden, daß neben einem teutschen Schulmeister vier lateinische
erfordert würden, wenn man neben der lateinischen und griechischen
Sprache die artes logicas, als grammaticam, dialecticam
und rhetoricam studieren und absolvieren solle, so haben
Ihro Gnaden sich dies alsobald gefallen lassen und nicht allein
gewisse salaria und stipendia solchen vier praeceptoribus verordnet,
sondern auch neben den Lehrern, so bishero der Schul
dieses Orts nicht ohne merklichen Nutzen vorgestanden, durch
einen fürnehmen Rat!) zween andere gelehrte Männer von den
Universitäten Marburg und Straßburg anhero erfordert.« Warum
der Graf sich an diese beiden Universitäten wandte, ist leicht
zu erklären, Marburg, die erste protestantische Universität
stand unter dem Schutze von Graf Ludwigs Schwager, Landgraf
Moritz dem Gelehrten, der selbst mehrere Schulbücher
verfaßt hat, und in Straßburg, der nächstgelegenen Universitätsstadt,
hatte 1537 Johannes Sturm die berühmte Schule begründet,
die alle anderen damals überstrahlte; von Straßburg
aus war auch die Reformation in Saarbrücken verbreitet worden.
Die Berufenen waren Magister Wilhelm Ursinus aus Hessen
und Magister Laurentius von Sachsen. Wilhelm Ursinus,
eigentlich Behrn, stammte aus Deisel in Niederhessen und war
') Vermutlich Dr. Werner.