Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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auch die Lande Wiesbaden-Idstein zu, so daß er den gesamten
Besitz des Walramischen Stammes in seiner Hand vereinigte.
Graf Ludwig ließ das Schloß in Saarbrücken neu erbauen,
hielt eine glänzende Hofhaltung und beschäftigte zahlreiche
Beamte, Am 12. März 1602 war Graf Philipp III. gestorben,
und schon am 20. Juli desselben Jahres eröffnete Leonhard
Clemens, Kerpischer und Helmstädtischer Amtmann, zugleich
Gerichtsschöffe zu Saarbrücken, dem Stadtgerichte im Namen
des Grafen, daß derselbe vorhabe, die Schule mit etlichen
Classibus und Präceptoren zu verbessern und zu vermehren,
aber wegen Platz und Ort, auch wie dieselbe einzurichten, von
beider Städte Gericht und Einwohnern deren Vorschläge begehre,
 Die Städte entschuldigten sich, daß sie wegen des
»kostbaren« Schulhausbaues (von 1576) und der bevorstehenden
Erneuerung des Rathauses diesmal nichts tun könnten, und
stellten die Sorge der Regierung anheim. Diese nahm nun auch
die Angelegenheit in die Hand, und bereits am 27, September
 1602 wies Graf Ludwig zu der Unterhaltung der Schule aus
den Renten des im Jahre 1544 säkularisierten Klosters Herbitzheim
 (an der oberen Saar) jährlich 100 Gulden auf den Schaffner
dieses Klosters an, und zwar sollte die Summe schon für das
laufende Jahr zahlbar sein. Dieser namhafte Zuschuß ermöglichte
 die Anstellung einer dritten Lehrkraft, die zur Durchführung
 des vollständigen Lehrplanes einer Lateinschule nach
Melanchthons Vorschrift nötig war. Der neue Lehrer war Magister
 Mosch; er unterrichtete die neuangefügte dritte Klasse und
leitete außerdem den Gesangunterricht. Der erste.Lehrer Michael
Stumpf wird nunmehr Rektor genannt. Zu Schulvisitatoren
ernannte der Graf seinen Rat Dr. Bartholomäus Werner, genannt
 Bolz, und den Pfarrer von Saarbrücken Geory Keller.
Die Schule erwachte nun zu neuem Leben; es wurden
sogar bereits 1603 nach damaliger Sitte von den Schülern der
Anstalt lateinische Schauspiele biblischen Inhalts aufgeführt.)
1) Die betreffende Stelle steht in dem noch zu erwähnenden Panegyricus
 scholae Saraepontanae, ist aber unvollständig überliefert. Es heißt
da in einer Ansprache an die gräflichen Beamten und die Bürger von Saarbrücken
 und St. Johann: »Neque ista grati et benevoli animi (iudicia inter)
ciderunt, quibus ceu fomentis nostram excitare industriam (summa cum)
contentione studuistis, cum et hoc et superiori anno Susan .........
redivivos vestrum in, theatrum produceremus.« Susanna kommt häufig als
Titel von lateinischen und deutschen. Komödien jener Zeit vor, u. a. gibt
es eine Komödie Susanna. von Nicodemus Frischlin; derselbe dichtete das
            
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