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ein schlechtes Ansehen gehabt, daß man mit großer Mühe nur
eine einzige Person in der Schulen gehabt, die Kinder zu lehren.
Und da jemand war, der seine Kinder mehr, denn ein Namen
schreiben wollt lassen lehren, der mußte die junge und unberichtete
Kinder unter die Fremde schicken, daselbsten mit
großen Unkosten unterhalten, da sie dann wegen des vielen
Unkostens nit lang dauren oder etwas fürnemliches ausrichten
konnten, Und ob man gleichwohl neben der einzigen Person
ein Collegam oder Gehülfen in der Schul gehabt, so ist doch
solches ein unbeständig Ding gewesen, da die Collegae etwa
ein Jahr, Ja wohl nit so lang am Dienst blieben, bald nach
andern Gelegenheiten getrachtet und uns den Schuldienst
ledig haben stehen lassen, daß also bei einer so ziemlichen
Anzahl Kinder nicht viel besonders oder fruchtbarlichs hat
können ausgerichtet werden, Diesen Mangel hab nicht allein
ich mit großen Schmerzen, sondern auch ein ehrbare Bürgerschaft
wohl verstanden und geklagt. Und ob man schon zur
Verbesserung dieses allerhand Mittel gesucht und versucht, so
hat es doch nicht wollen gelingen, ohn allen Zweifel wegen
unserer großen Sünden und Undankbarkeit gegen Gott, weil
wir diese Sachen nicht so hoch achten, als wir billig tun
sollten, und uns mehr um weltliche Sachen der Nahrung bekümmern.
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In gleichem Sinne äußerte sich der Superintendent Keller:
»Obwohl die Herren Räte eine Stadtschule angerichtet, 'so hat
man es so weit nicht wohl bringen können, daß man nur
congrue darin schreiben lernen!«
II. Die Gründung des Gymnasiums.
Eine neue Zeit brach für die Saarbrücker Schule mit dem
Regierungsantritt des Grafen Ludwig von Nassau-Saarbrücken
an. Graf Ludwig war selbst des Lateinischen und Französischen
mächtig und liebte die Wissenschaften. Durch eine Reise nach
Genf, Lyon und Paris hatte er seinen Gesichtskreis erweitert,
Er war seit 1602 Alleinbesitzer aller Nassau-Saarbrückischen
Lande diesseits und jenseits des Rheines (Saarbrücken, Ottweiler,
Saarwerden, Kirchheim und Weilburg); 1605 fielen ihm