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ihn mit melodischem Takte wie Meeresgewog Homers unsterbliches
Lied, — da predigt ihm des gewaltigen Aias erschütternder
Fall den Wert weisen Maßhaltens, — da klingt ihm
entgegen aus Herodot und Aischylos das Lob glühender
Vaterlandsliebe, an welcher die gewaltige persische Barbarenmacht
das trotzige Haupt zerschellte. — Da lernt er von
Sokrates, daß eins dasteht noch vor den Eltern und Geschwistern
und Kindern, »ehrwürdiger und heiliger bei Göttern
und Menschen,« das Vaterland, — da reden zu ihm aus
deutscher Dichtung die markigen Gestalten der Nibelungen
und preisen die alte deutsche Treue, von der auch die da (mit
Hinweis auf die Ehrentafel von 1870) ein Beispiel gegeben, — da
spürt er einen Hauch von dem werdensfrohen, stolzen Geiste
eines ‚Lessing, — da bewegt ihn Göthes lebenatmende plastische
Schönheit, — da reißen das jugendliche Gemüt hin die edlen
Gestalten und die herrlichen Lieder Schillers, der in seinem
idealen Fluge weit hinter sich in wesenlosem Scheine läßt,
was uns alle bändigt, das Gemeine. Fürwahr, ein Fahrzeug,
dem solcher Fahrwind die Segel schwellt, wird auch in Zukunft
ungünstige Winde und Wellen siegreich überwinden. Das
deutsche Gymnasium, und an seinem bescheidenen Teile auch
unser Gymnasium in seinen neuen Räumerl, wird fortfahren
zu sein, so hoffe ich, was es unserer Nation Jahrhunderte lang
gewesen: eine Mithelferin an allem, was Deutschland groß
gemacht hat in den Werken des Geistes und in den Stürmen
des Krieges,‘ eine dem Lärm des Marktes entrückte fromme
Bewahrerin des heiligen Feuers idealer Bildung.«
Im weiteren bezeichnete Direktor Breuker das Streben
nach Wahrheit, welches sich auch in der Erfüllung der kleinsten
Arbeit betätige, als die Hauptaufgabe der Schule und wünschte
dem neugeweihten Hause die Erhaltung aller hohen geistigen
Güter, eine pflichtgetreue, idealgesinnte Lehrerschaft und eine
frohe, arbeitsfreudige und begeisterungsfähige Jugend.
Den Schluß der Feier bildete der Gesang: »Deutschland,
Deutschland über alles.« ‚Am Nachmittag fand im Zivilkasino
ein zahlreich besuchtes Festessen statt; ein Kommers der
Primaner und Sekundaner in der Tonhalle beschloß den festlichen
Tag.
Das neue Gymnasium enthielt 15 Klassenräume für 490
Schüler, dazu eine Reserveklasse für 60, eine Vorschulklasse
für 40 Schüler und die sonstigen erforderlichen Räume; alle