Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

18

die Verhandlungen zum Abschluß gekommen waren, nötigte
die wachsende Schülerzahl — sie belief sich am 1. Februar
auf 369 Köpfe — auf vorläufige Ersatzräume zu denken, da
die auf 37 Schüler gestiegene Prima im Herbst 1886 geteilt
werden mußte. Zunächst wurden die Bibliothek und die Sammlungen
 in die gegenüberliegende bisherige Dienstwohnung verbracht,
 sodann die Vorschule ausquartiert, welche in dem
Hause des Kommerzienrats Eduard Karcher ein vorläufiges
Unterkommen fand. Ostern 1888 mußten auch Untertertia und
Sexta geteilt und zwei Klassen in dem St. Johanner Schulhause
untergebracht werden. Der Bedarf an Lehrern wurde durch
Anstellung von Hilfslehrern gedeckt, deren das Gymnasium
zeitweise nicht weniger als neun zählte. Ostern 1889 wurden
zwei weitere Klassen geteilt und zu deren Unterbringung eine
Baracke gegenüber der Anstalt gebaut. In den Staatshaushalt
für 1889/90 wurde endlich als erste Baurate die Summe von
100000 Mark eingesetzt; als Bauplatz wurde das von der Stadt
Saarbrücken angebotene 77 Ar große Gelände an der Hohenzollernstraße
 bestimmt, wogegen der Stadt das alte Gymnasialgebäude
 zu angemessenem Preise überlassen wurde.‘) Im
Herbst 1889 wurde der Bau begonnen, und am 22, November
1890 konnte die neue Turnhalle eingeweiht werden; leider
mußten Lehrer und Schüler an diesem Tage den allgemein
beliebten Direktor Breuker missen, der eben damals in Bonn
sich einer gefährlichen Operation unterzogen hatte. Am 15.
Januar 1892 wurde der stattliche Neubau des Klassenhauses
feierlich eingeweiht, nachdem Lehrer und Schüler tags zuvor
Abschied von dem alten Hause genommen hatten. Noch lebte
ein alter Schüler des Gymnasiums, der Pastor emeritus Zickwolff,
 der im Herbst 1820 in das damalige neue Gymnasium
mit eingezogen war; leider verhinderten ihn jetzt sein hohes
Alter und das winterliche Wetter, an der Feier teilzunehmen.
Diese begann mit der Übergabe des Baues durch den leitenden
Baumeister, Baurat Koch, der seine Ansprache mit einem
Hoch auf den Kaiser als obersten Bauherrn schloß. Dann
zogen die Festgenossen in das neue Haus, besichtigten die
zweckmäßig eingerichteten Unterrichtsräume und versammelten

5 Das Gebäude dient als altkatholische »Friedenskirche« jetzt wieder,
wie ursprünglich, einer religiösen Bestimmung. Die gegenüberliegende
Dienstwohnung überließ die Schulverwaltung dem Stift gegen Zahlung
des Wohnungsgeldzuschusses für einen Lehrer.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.