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Rechtsweg beschreiten, und die Entscheidung fiel zu Ungunsten
der Stadt aus.
Bald nach diesen unerquicklichen Vorgängen übernahm
Direktor Hollenbery im Herbst 1883 die Leitung des Gymnasiums
in Kreuznach. Er war ein Mann von umfassender
wissenschaftlicher, besonders theologischer und philosophischer
Bildung, die er sich durch rastlose Tätigkeit als Autodidakt
— er war ursprünglich Seminarist — erworben hatte. Sein
Name ist in der pädagogischen Welt hochgeachtet. Die
Schüler gewann er durch seinen anregenden Unterricht, durch
sein wahrhaft humanes Wesen und seine große Herzensgüte
für sich; mit manchen von ihnen blieb er auch nach ihrem
Abgang von der Schule in regem geistigen Austausch. Die
Schüler der oberen Klassen ehrten den Scheidenden durch
einen Fackelzug; nach dem Absingen des Liedes »Integer
vitae scelerisque purus« sprach ein Oberprimaner die Abschiedsworte
an den Direktor, der in den Schülern alle Zeit
das Edle, das Gefühl für Ehre und Pflicht geweckt und allen
ein milder, väterlicher Berater gewesen sel.
Unter Hollenbergs Nachfolger Karl Breuker, der vorher
Oberlehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Köln gewesen
war, machte sich ein stetiges Anwachsen der Schülerzahl bemerkbar,
das in der steigenden Bevölkerung der aufblühenden
Städte begründet war, Am 1. Februar 1884 betrug die Frequenz
268 Gymnasiasten und 21 Vorschüler, am 1. Februar 1885:
299 Gymnasiasten und 25 Vorschüler, Daher wurde jetzt die
Teilung der Sekunda vorgenommen, welche 51 Schüler zählte.
Infolge der wachsenden Schülerzahl erwies sich das Schulgebäude
nicht mehr als ausreichend, und da dasselbe auch an
andern Mängeln litt — besonders wurde die Lage an zwei
verkehrreichen Straßen störend empfunden, so daß die Erweiterung
durch Aufbau nicht angebracht erschien — so wurde
ein Neubau ins Auge gefaßt. Da das Stift') jede Verpflichtung
hierzu ablehnte, so übernahm der Staat — dank der Fürsprache
besonders des Abgeordneten Richard Vopelius — die Ausführung
des Neubaues, und beide Städte boten Bauplätze an.
Im März 1886 wurde der Direktor aufgefordert, das Bauprogramm
für ein neues Gymnasium aufzustellen. Doch noch ehe
» Die Verpflichtung zur Unterhaltung der Schulgebäude hatte das
Stift schon im Jahre 1845 durch Erhöhung seines Zuschusses auf 1000
Taler abgelöst.